Startseite    Forum    Links    Galerien    Statistik    Impressum

Literaturforum Österreich :: Thema anzeigen - Der Lilliputor
Literaturforum Österreich Foren-Übersicht Literaturforum Österreich
Das Forum für Autoren und Leser
 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Der Lilliputor


Topic speichern  
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Literaturforum Österreich Foren-Übersicht -> Kriminalgedichte
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
ralfelinchen
Letternprokurioser


Anmeldedatum: 29.07.2010
Beiträge: 1311

 Beitrag speichern
BeitragVerfasst am: 22.01.2012, 14:49    Titel: Der Lilliputor Antworten mit Zitat

Der Lilliputor

Ich streun durch feuchtes Gassenwerk,
schau in Ruinen Winkelwerk.
Tret‘ ein manch Tür zu finstren Räumen,
was niemand wagt in ärgsten Träumen.

Scheuch Ratten mit Gelächters Schall.
Und unter schwarzem Overall,
verberg ich Ketten, Dolche, Flammenlicht,
ein Hut verkrempt mein Mord-Gesicht,
verheimlicht meinen Feuer-Blick,
den höhnisch freut das Missgeschick.

Im Maul ragt Zahnzeug scharf entblößt,
das euch vom Dasein gern erlöst.
Doch muss ich listvoll euch erspüren,
lausch nach Geplapper hinter Türen,
Wie Aas riech ich euch, gleich Hyänen,
und bring voll Lust ein Meer aus Tränen.

Und wenn ihr von mir auserkoren,
schnapp ich euch all - auch ungeboren.
In der Custodia's dichten Zwinger,
verfracht ich euch, ihr kleinen Dinger.
Dort beiß ich sanft euch in den Tod,
trink euer Blut - mein nächtlich Brot.

Weil dem Tormentor ist es einerlei:
Er will die Stadt bis Fasching zwergenfei.

_________________
Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen. (Ludwig Wittgenstein)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
georg
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 22.02.2008
Beiträge: 12859

 Beitrag speichern
BeitragVerfasst am: 22.01.2012, 16:05    Titel: Antworten mit Zitat

Schön düster. Sehr schön.
Tormentor in Hochform.
Solang er nicht MICH beißt, ist er mir lieber als jeder andere Mentor.

Bei zweieinhalb Stellen verzögerte ich (mich):
Der Reim Winkelwerk auf Gassenwerk ist bissl viel w ... und "ein Hut" klingt mir irgendwie zu farblos .... auch verbirgt er seine Flammenwerfer und sonstigen Waffen vlt. gar nicht, sonder "birgt" sie nur unter seiner Kleidung ... "verbergen" ist nicht so sehr des Tormentors Art ...


Ich streun durch feuchtes Gassenwerk, ----------- Ich streune durch feuchtes Gassenwerk
schau in Ruinen Winkelwerk. ------------ Und wo ich in Ruinen noch Leben bemerk
Tret‘ ein manch Tür zu finstren Räumen,
was niemand wagt in ärgsten Träumen.

Scheuch Ratten mit Gelächters Schall.
Und unter schwarzem Overall,
verberg ich Ketten, Dolche, Flammenlicht, ------------ berg Ketten ich, Dolche und Flammenlicht
ein Hut verkrempt mein Mord-Gesicht, ------------ Ein Schlapphut verkrempet mein Mordgesicht
verheimlicht meinen Feuer-Blick,
den höhnisch freut das Missgeschick.

_________________
.
Georg Rack, Aufbruch der Kerfe
http://www.amazon.de/Aufbruch-Kerfe-Georg-Rack/dp/3844881921/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1322065044&sr=8-1
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ralfelinchen
Letternprokurioser


Anmeldedatum: 29.07.2010
Beiträge: 1311

 Beitrag speichern
BeitragVerfasst am: 22.01.2012, 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

danke Georg. es ist die umdichtung einer modernen lyrik aus ATROCITAT STADT DES TORMENTORS in anlehnung an den NARRENFÄNGER. braucht sicher streckung. ich melde mich später, muss ins spital.

busserl
_________________
Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen. (Ludwig Wittgenstein)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
georg
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 22.02.2008
Beiträge: 12859

 Beitrag speichern
BeitragVerfasst am: 22.01.2012, 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

pfoterlgeb

ich hasse krankenhäuser ... bin selber eines, altes haus
_________________
.
Georg Rack, Aufbruch der Kerfe
http://www.amazon.de/Aufbruch-Kerfe-Georg-Rack/dp/3844881921/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1322065044&sr=8-1
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
feder
Absatz
Absatz


Anmeldedatum: 21.03.2010
Beiträge: 228
Wohnort: Sachsen

 Beitrag speichern
BeitragVerfasst am: 29.01.2012, 14:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hoffe, bist gut aus dem Spital zurück -
geniales Gedicht!
Wirklich düster und doch schaurig schön!
Hat mir gut gefallen!
_________________
Leben muss man das Leben vorwärts, verstehen kann man es nur rückwärts.
www.anett-steiner.de
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
ralfelinchen
Letternprokurioser


Anmeldedatum: 29.07.2010
Beiträge: 1311

 Beitrag speichern
BeitragVerfasst am: 29.01.2012, 15:07    Titel: Antworten mit Zitat

danke Federchen.

ich war nicht krank. sondern ein von mir über alles geliebter mensch.
_________________
Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen. (Ludwig Wittgenstein)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ralfelinchen
Letternprokurioser


Anmeldedatum: 29.07.2010
Beiträge: 1311

 Beitrag speichern
BeitragVerfasst am: 29.01.2012, 15:11    Titel: Antworten mit Zitat

ich hab jetzt deine korr-vorschläge überdacht und entsprechend - zwar nicht ganz in deinem sinne Georg - eingearbeitet:

Der Lilliputor

Ich streun durch feuchtes Gassenwerk,
lausch ob ich leises Atmen merk.
Tret‘ ein manch Tür zu finstren Räumen,
was niemand wagt in ärgsten Träumen.

Scheuch Ratten mit Gelächters Schall.
Und unter schwarzem Overall,
verberg ich Ketten, Dolch und Flammenlicht,
ein Hut verkrempt mein Mord-Gesicht,
verheimlicht meinen Feuer-Blick,
den höhnisch freut das Missgeschick.

Im Maul ragt Zahnzeug scharf entblößt,
das euch vom Dasein gern erlöst.
Doch muss ich listvoll euch erspüren,
lausch nach Geplapper hinter Türen,
Wie Aas riech ich euch, gleich Hyänen,
und bring voll Lust ein Meer aus Tränen.

Und wenn ihr von mir auserkoren,
schnapp ich euch all - auch ungeboren.
In der Custodia's dichten Zwinger,
verfracht ich euch, ihr kleinen Dinger.
Dort beiß ich sanft euch in den Tod,
trink euer Blut - mein nächtlich Brot.

Weil dem Tormentor ist es einerlei:
Er will die Stadt bis Fasching zwergenfei.
_________________
Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen. (Ludwig Wittgenstein)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
georg
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 22.02.2008
Beiträge: 12859

 Beitrag speichern
BeitragVerfasst am: 29.01.2012, 22:36    Titel: Antworten mit Zitat

es ist zwar nicht ganz der von mir ins Spiel gebrachte Wortlaut, aber sehr in meinem Sinne
_________________
.
Georg Rack, Aufbruch der Kerfe
http://www.amazon.de/Aufbruch-Kerfe-Georg-Rack/dp/3844881921/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1322065044&sr=8-1
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Literaturforum Österreich Foren-Übersicht -> Kriminalgedichte Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde

Topic speichern
Seite 1 von 1

Gehe zu:  

Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de
Chronicles phpBB2 theme by Jakob Persson (http://www.eddingschronicles.com). Stone textures by Patty Herford.