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Literaturforum Österreich :: Thema anzeigen - Die Wunschfee
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Die Wunschfee


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Adamas
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Anmeldedatum: 22.06.2017
Beiträge: 7

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BeitragVerfasst am: 30.06.2017, 13:58    Titel: Die Wunschfee Antworten mit Zitat

Man glaubt es kaum, ganz ohne Hoffen
hab ich die Wunschfee angetroffen,
ganz plötzlich ging sie neben her
und fragte: "Hast du ein Begehr?"

"Ach liebe Wunschfee", so mein Schrei,
"gewähre mir der Wünsche drei,
wie man das aus dem Märchen kennt
und jeder glücklich sich dann nennt."

"Nun gut," so sprach die edle Maid,
"ich geb‘ dir zehn Sekunden Zeit
um deine Wünsche mir zu nennen.
Mach schnell, die Uhr beginnt zu rennen."

"Nur zehn Sekunden, liebe Fee
was mach ich nur, o weh, o weh,
mir fällt doch, in so kurzer Zeit,
bloß gar nichts ein was auch gescheit.“

"Tja," sprach darauf das edle Wesen,
"das wär dann auch dein Wunsch gewesen.
Ein Garnichts, nun das lässt sich machen."
Und gar nichts gab's, mit lautem Krachen.

Adamas


Zuletzt bearbeitet von Adamas am 03.07.2017, 13:08, insgesamt einmal bearbeitet
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georg
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Beiträge: 12859

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BeitragVerfasst am: 01.07.2017, 01:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ein nettes Gedichtlein, an das grenzend, was man Philosophie nennt.
Anschmiegsam klingeln die Endreime.

In Z14 wäre "bloß" besser als "nur", denn in Z16 kommt "nur" noch einmal vor. Wenn es sich, wie hier, vermeiden lässt, keine Wortwiederholungen.

Eine knifflige Angelegenheit ist die letzte Zeile Z20.
Der Logik entsprechend wäre ein Einschub "Und sie entschwand" (mit lautem Krachen) vonnöten.
Natürlich geht sich das metrisch nicht aus.
Was tun?
Man könnte "Und gar nichts gabs" einfach weglassen, denn das ist ohnehin selbstverständlich - sonst wäre ja Z19 ad absurdum geführt.
Andererseits ist das undgarnichtsgabs eine Art Verdichtung der Pointe, die dem thread nützt.
Wie erwähnt, knifflig.
Mir fällt nur mehr ein "Dies garnichts merkt' ich beim Erwachen".
Möglicherweise geht auch was, wenn man aus Z19 macht: "Den Garnichts-Wunsch kann ich erfüllen" ... ob dann in Z20 mit stillen, killen, Willen usw was zu machen ist, wird sich zeigen,oder auch nicht.

Ein kleiner Kritikpunkt ist das laute Krachen. Ein Pleonasmus. Krachen ist immer laut.
Ev. "mit Blitz und Krachen".

Bitte verstehe meine Zeilen nicht als "Änderungsvorschäge".
Es sind ein paar Quergedanken, mehr nicht.

Viele Grüße
aus Pleonastabad
georg
_________________
.
Georg Rack, Aufbruch der Kerfe
http://www.amazon.de/Aufbruch-Kerfe-Georg-Rack/dp/3844881921/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1322065044&sr=8-1
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Adamas
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Beiträge: 7

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BeitragVerfasst am: 02.07.2017, 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Georg,

ja, "bloß" statt "nur" klingt passender,
das kann man nicht leugnen.
Beim "Krachen" habe ich aber dann ein Problem.
Sicher versteht man damit in der Regel etwas
Lautes, dennoch sehe ich dann doch eine Steigerung gegeben,
wie z.B. lautes Krachen, gewaltiges Krachen, ohrenbetäubendes
Krachen, etc.
Hier sehe ich den Unterschied eben in der Lautstärke.
Auch finde ich, dass gerade bei humorvollen
Gedichten es nicht schadet sie etwas zu überzeichnen.
Übertreibungen wirken sich da eher förderlich auf
die Leser, bzw. Zuhörer aus.

Mit besten Grüßen,
Adamas
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georg
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Beiträge: 12859

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BeitragVerfasst am: 02.07.2017, 16:46    Titel: Antworten mit Zitat

.
Da ich, wie du vielleicht sogar schon bemerkt hast, ein unausstehlicher Produzent von Schüttelreimen bin, hier ein Schüttler zum Thema "humorvoll" (mit "humorig" ist mir auf die Schnelle nichts eingefallen):

Kein Zweifel, dieser Zwanzigzeiler von Humor ist voll.
Im Mittelteil viel Dur; dahinter und davor ist Moll.

Winkend
_________________
.
Georg Rack, Aufbruch der Kerfe
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Adamas
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BeitragVerfasst am: 03.07.2017, 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Herr Georg "schüttelt" mein Gedicht
da es nicht seiner Sicht entspricht,
von Dur nach Moll, was soll ich machen;
es bleibt ja doch das laute Krachen.

Adamas Lachen
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georg
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Beiträge: 12859

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BeitragVerfasst am: 03.07.2017, 13:16    Titel: Antworten mit Zitat

So ist es nicht.
Denn dies Gedicht
durchaus entspricht
meinem Ge-sicht.
Auch habe ich von Anfang an beteuert,
ich will nicht, dass mans runderneuert.
Der laute Kracher geht o.k.,
lob ihn nicht unterm grünen Klee.
Winkend Winkend
_________________
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Georg Rack, Aufbruch der Kerfe
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Kluse
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BeitragVerfasst am: 03.07.2017, 19:00    Titel: Antworten mit Zitat

Die letzte Zeile könntest Du auch so ähnlich gestalten wie

und sie entschwand mit leisem Lachen

Ein Sichinluftauflösen ist m. E. einer Fee angemessener als ein Abgang mit Blitz und Donner.
_________________
Viele Grüße aus Köln

Klaus

______________________________________

Wisst Ihr, was ich nicht leiden kann? Intolerante Leute - alles verdammte Bastarde!
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georg
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BeitragVerfasst am: 04.07.2017, 17:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, lieber klaus, so ähnlich habe ich mirs fürs erste auch gedacht. Und fürs zweite auch. Aber dann habe ich es doch nicht in den Raum gestellt.
Denn möglicherweise denken wir zu schematisch. Diese Küchenfee ist kein ätherisches Wesen, sondern eine dicke Ulknudel, sonst würde sie sich ja nicht an der Ratlosigkeit des Lyrich weiden. Zu so einer Schasfee passt das laute Krachen ganz gut.
Du weißt, Klaus, auch ich würde der Frauensperson ihre Feenhaftigkeit lassen. aber ... wie gesagt, aber.
Winkend
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Adamas
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BeitragVerfasst am: 04.07.2017, 19:50    Titel: Antworten mit Zitat

Lachen Was ihr nicht alles würdet. Lachen
Und vor lauter Eifer wird übersehen,
dass es sich hier um Humorpoesie
handelt, die man ja grundsätzlich nicht so ernst
nehmen sollte.
Deshalb kann hier auch durchaus eine
"Schasfee" unter Krachen verschwinden.

Mit vorzüglichen Grüßen
Adamas
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georg
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BeitragVerfasst am: 05.07.2017, 00:19    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Adamas, das ist ein Mistverständnis.
Humorig, das bedeutet nicht, dass man die Elemente des Textes, die dann in summa das Humorprodukt darstellen, unterschätzt.
Soweit ich das in den paar Jahren mitgekriegt habe, die ich dieses Forum verunziere, sollte es nicht wie bei Offenbachs köstlichem "Einzug der Könige" rennen.
In der witzigen Operette "La belle Helene" marschiert ein Griechenkönig nach dem anderen auf, und jeder singt "Ich Menelaos, ich bin der größte, ich bin der schönste ... ", beziehungsweise "Ich bin Achilles, ich bin der größte ...", usw.
Die anwesenden bejubeln den jeweiligen Größten, klopfen ihm auf die Schulter ...
Sowas wäre ein salzloses Diätforum.
_________________
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Georg Rack, Aufbruch der Kerfe
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Adamas
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BeitragVerfasst am: 05.07.2017, 13:57    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Georg,

ich unterschätze mit Sicherheit nicht wie
selbst humorige Gedichte geschrieben werden sollten.
Dennoch bin ich der Meinung, dass man hier auch
die Fünfe gerade sein lassen kann, bzw. nicht jenen
strengen Maßstab anzulegen hat, der sonst als Maß
der Dinge erscheint. Gerade in der Dichtung sollte man
nicht mit einem Standartraster arbeiten, denn damit würde
sie zur Schablonenpoesie verkommen. Und das
wäre wohl das Letzte was man brauchen könnte.

Adamas
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