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Arbeitstitel - Die Kapsel
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markoose
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BeitragVerfasst am: 30.05.2013, 12:54    Titel: Arbeitstitel - Die Kapsel Antworten mit Zitat

Peter Klein lag in seinem Bett und starrte lustlos an die Decke. Der Stimme des Radioweckers hörte er nur halbherzig zu. Es drehte sich gerade um irgendeine Meldung über einen Prominenten. Phlegmatisch fixierte er einen Punkt an der Decke und dachte wieder einmal über sein Leben nach. Was hatte das alles hier noch für einen Sinn?
Seit nunmehr zwei Jahren war der Diplom-Betriebswirt jetzt arbeitslos. Er war achtundreißig und hatte keine Kinder. Die Frau, die ihm hätte welche schenken können, hatte ihn schon vor über drei Jahren verlassen - Christiane. Immer wenn er an sie dachte, fühlte er einen kleinen Stich im Herzen. Dieser wurde allerdings von Mal zu Mal kaum spürbar aber stetig schwächer. Manchmal fragte er sich sogar, ob er sie überhaupt jemals geliebt hatte. Anfangs hatten sie sich eine schöne gemeinsame Zukunft gemalt, aber irgendwie war ihnen der Alltag dazwischen gekommen und hatte ihre Liebe nach und nach begraben. Peter hatte es wohl nie richtig war haben wollen und jedwedes Gespräch zu diesem Thema, das Christiane anstrengte, entweder nicht ernst genommen oder im Keim erstickt. Schließlich hatte sie die Konsequenz gezogen. Er war ihr nicht einmal böse.
Nach der Scheidung war dann alles irgendwie ganz schnell gegangen. Im Job war es immer schlechter gelaufen und am Ende hatten sie ihn entlassen. ‚Sorry, Peter, aber du verstehst doch? Ich habe hier fast nur Familienväter, und du, du bist schließlich allein. Aber mach dir keinen Kopf, wenn man so flexibel ist, wie du jetzt, bekommt man leicht wieder eine Anstellung.’ Jede seiner Bewerbungen war unbeantwortet geblieben. Schnell waren Wohung und Autor weggewesen.
Das Geld vom Jobcenter war ihm vor zwei Tagen ausgegangen und bis zur nächsten Überweisung würde es mindestens noch eine Woche dauern. Der Wecker dudelte mittlerweile „Don’t worry, be happy. Lächerlich. Zu bequem, die Schlummertaste zu drücken, drehte sich Peter auf die andere Seite. Sein Blick wanderte durch das Zimmer, das einzige seiner Wohnung.
Kleider, Zeitschriften, zerknüllte Zigarettenschachteln, Schuhe, alles wechselste sich ab. Selbst Teile seines Computers lagen herum. Sie waren liegen geblieben, als er versucht hatte, ihn wieder zu reparieren, allerdings nur um festzustellen, dass das Motherboard hinüber war. Geld für einen Neuen hatte er nicht. Wozu auch?
Als er sich seine kleine Wohnung so besah, war er klug genug, zu wissen, dass er auf dem besten Wege war, zu verwahrlosen. Irgendwie musste dringend etwas geschehen. Aber wozu? Klein schloss die Augen und wollte etwas dösen. Vielleicht konnte er so die grauen Gedanken und den dumpfen Schmerz ein wenig vertreiben.
Nach nur wenigen Augenblicken wurde ihm klar, dass das nicht funktionieren würde. Wieder wanderte sein kraftloser Blick durch sein Zimmer, bis er an einer Überschrift der zahlosen Zeitschriften hängen blieb. »Testpilot – ohne Ausbildung!«.
Angestrengt versuchte Peter weiter zu lesen, ohne sich bewegen zu müssen, konnte aber lediglich die Unterüberschrift entziffern. »Das Raumfahrtinstitut Neu-Schwerin sucht jetzt Freiwillige für Tests an einer neuartigen Rettungskapsel.«
Umständlich streckte er sich aus dem völlig durchgelegenen Bett der willkommenen Ablenkung entgegen, angelte sich die Zeitschrift nach mehreren Versuchen und begann zu lesen.
»... Die neueartige Rettungskapsel wird die Raumfahrt nicht nur revolutionieren sondern vor allem auch sicherer machen. Nähere Informationen erhalten sie unter www.raumfahrtzentru...«


Ein Mann und ein Rettungskapsel und viele Pannen - darum soll es gehen.
Mit Bitte um Feedback. Bei Interesse können auch noch ein paar weitere Seiten eingestellt werden.

Markoose
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markoose
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BeitragVerfasst am: 08.06.2013, 15:54    Titel: Der Kapsel zweiter Teil Antworten mit Zitat

So, hier habe ich den zweiten Teil, vielleicht wird es ja dann interessanter für Feedbacks.

Endlich stand er vor der gesuchten Tür, die wie Hunderte andere ihre Schwestern in einem schlichten Weiß gehalten war. Auf dem Türschild stand ‚400.12, Herr W. Minzig, Testkoordinator’.
Klein war jetzt schon den ganzen Vormittag in dem riesigen Bau, der ihm als Personalkomplex benannt worden war, unterwegs. Nach einer kleinen Odyssee durch das riesige Parkhaus und einem Zwischenstopp bei einem autoritären Pförtner hatte man ihn irgendwelche Tests an einem Computerterminal durchführen lassen. Er war sehr gründlich untersucht worden und hatte jede Menge Formulare und Laufzettel ausfüllen müssen. Endlich stand er nun etwas laufmüde vor der angeblich letzten Tür. Ein flüchtiges ‚Wozu?’ flatterte wieder durch sein Bewusstsein.
»Countdown für Testreihe 2-17, noch 1 Stunde und 30 Minuten.«
Die emotionslose Durchsage riss ihn entgültig aus seinen Gedanken. Peter hielt kurz die Luft an und klopfte.
Ein gedämpftes »Herein.« drang durch die Tür, worauf er erst wieder ausatmete und die Klinke nach unten drückte.
Der Raum hatte genauso viel Charme wie die anderen Zimmer und Flure des Gebäudes. Scheinbar zuviele hochmoderne Neonlampen tauchten alles in ein beinahe unwirkliches leicht bläuliches Licht, das heute auch tagsüber angeschaltet war, um dem trüben Wintertag die Stirn zu bieten. Unsicher streckte er den Kopf in die Tür. »Bin ich hier richtig für«, er musste noch einmal auf einen seiner Zettel schauen, »Testreihe 1-22?«
»Herr Klein? Ja, ja. Kommen sie nur herein. Minzig mein Name. Setzen Sie sich doch. Einen kleinen Augenblick noch.«
Abgesehen von ein paar wenigen Accesoires wie einem Pflanzenkübel und zwei Bildern an der Wand unterschied sich der Raum nur wenig von den bisherigen Labors und Untersuchungsräumen. Peter setzte seinen Fuß allerdings auf dunkelblauen Teppich, den die anderen Räume nicht aufzuweisen hatten.
Der Mann hatte kurz aufgeblickt und ihm mehr beiläufig die Hand gereicht, während er sich gleich wieder einem Monitor widmete. Zurückhaltend setzte sich Klein auf den ihm gewiesenen Stuhl, einer unbequemen Kombination aus Stahl und Leder, hielt seine Unterlagen beinahe wie zum Schutz vor seinen Bauch und sah sich kurz um.
Minzig, ein hagerer Mann, saß ihm gegenüber hinter einem modernen Glasschreibtisch und schrieb etwas in ein Formular, das er mit irgendwelchen Daten auf einem Bildschirm abzugleichen schien. Sein Alter war schwer zu bestimmen, aber die Vierzig mochte er schon erreicht haben. Sein Haar hatte einen grauen Schatten, der beinahe wie aufgepudert wirkte. Die hohe Stirn hingegen glänzte in dem hellen Neonlicht beinahe wie poliert. Die zwei grauen Augen saßen hinter einer randlosen Brille und wirken abwesend. Eine durchschnittliche Nase und ein schmaler Mund rundeten den Eindruck, es handle sich hier um einen Wissenschaftler, durchaus ab.
An der Wand entdeckte Peter neben einem abstrakten Kunstdruck das Plakat eines Kinderbuches – Peterchens Mondfahrt – wohl eine kleine Anspielung auf das ganze Raumfahrtzentrum. Der kleine rotbraun gemalte Käfer stand dem großen, runden Mond gegenüber, während das stilisierte Sternbild des großen Bären beinahe bedrohlich zwischen ihnen hing. Er musste schmunzeln, denn er hatte dieses Buch tatsächlich schon einmal gelesen. Damals hatte es ihm sein Patenonkel der Namensverwandtschaft wegen geschenkt. Er war vielleicht acht oder neun Jahre alt gewesen. Losgetreten durch diesen Eindruck rieselten schwache Erinnerungen und blasse Bilder seiner Kindheit durch sein Bewusstsein. Nach einigen Minuten riss der Mann Klein schließlich aus den Gedanken.
»Herr, Klein. Wir werden noch ein paar Formalien abschließen müssen. Ich zeichne das jetzt auf - aus versicherungstechnischen Gründen, sie verstehen doch?« Ohne Klein anzublicken oder dessen Reaktion abzuwarten, machte sich der Mann an einem Gerät zu schaffen, das wie eine kleine Kamera aussah.
Peter nickte und wollte ja sagen, wobei er sich kurz verschluckte und sich dann räuspern musste. Unruhig rutschte er auf der schwarzen Lederfläche hin und her. Ihm war nicht klar, woher die plötzliche Unruhe kam, gefilmt zu werden, hatte ihm eigentlich nie etwas ausgemacht.
»Testreihe 1-22, Projekt REKA, 23. November, 2032.« Minzig blickte routiniert auf seine Armbanduhr. »Es ist jetzt genau 12:36 Uhr. Der Proband Nummer 17 hat alle Tests positiv durchlaufen und ist jetzt zugegen. Abschließende Sicherheitsbefragung beginnt:« Erst jetzt hob Minzig seinen Blick und sah Klein in die Augen. »Sie heißen Peter Klein und sind am 17.03.1994 in Berlin geboren?«
»Ja.«
»Sie haben sich beim Raumfahrtzentrum als Testpilot für das Projekt REKA beworben und sind freiwillig hier?«
»Ja.«
»Ihnen ist klar, dass das Raumfahrtzentrum für etwaige Folgeschäden keinerlei Haftung übernimmt. Das gilt sowohl für körperliche wie geistige Schäden?« Minzig machte ein aufmunterndes Gesicht und wollte Klein wohl ermutigen, weiterzumachen, doch der stockte für einen Moment.
Minzig betätigte eine Taste, nahm die Brille ab und begann in versöhnlichem Ton. »Herr Klein, das sind reine Formalien. Wir sorgen für Ihre Sicherheit. Es handelt sich hier doch nur um einen Testlauf am Boden. Sie werden sich die ganze Zeit hier auf dem Gelände befind...«
»Countdown für Testreihe 2-17, noch 1 Stunde und 20 Minuten.« Die emotionslose Stimme hatte Minzig unterbrochen.
»Ihr schießt mich doch nicht ausversehen nach da oben?« Peter lächtelte unsicher, da ihn mit einem Mal Zweifel überkamen.
»Aber Herr Klein, Testreihe 2-17 ist ein scharfer Raketenstart und hat nichts mit unserer Testreihe zutun. Ihre Aufgabe ist es lediglich, unserem Bordcomputer die letzten Kinderkrankheiten auszutreiben. Machen Sie sich da mal keine Sorgen.« Minzig schaltete die Kamera wieder an und sofort wurde sein Ton wieder sachlich und unpersönlich. »Ihnen ist klar, dass das Raumfahrtzentrum für etwaige Folgeschäden keinerlei Haftung übernimmt. Das gilt sowohl für körperliche wie geistige Schäden?«
»Ja.« Klein dachte an das viele Geld, das sie ihm für diesen Test geboten hatten. Für achtundvierzig Stunden bekam er fünftausend Eurodollar.
Minzig sprach weiter. »Ich stelle fest, dass alle Unterlagen einschließlich der Bankverbindung,« hier schaute er kurz lächelnd zu Klein, »polizeilichem Führungszeugniss, der ärztlichen Atteste und des psychologischen Gutachtens vorhanden sind. Der Proband ist bei guter Gesundheit, geistig klar und willens, den Test durchzuführen. Testkoordinator Minzig. Ende.«
Augenblicklich drückte Minzig wieder die Taste und setzte einen beinahe väterliche Blick auf, als er Peter einen Zettel entgegenschob. »Hier empfangen sie ihre Kleider für den Test. Wir sehen uns dann im Testlabor in sagen wir fünfzehn Minuten.
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georg
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BeitragVerfasst am: 08.06.2013, 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Eine gute Idee, die du da umsetzt.
Ich finde das Bisherige ganz spannend. Man kann sich in Peter Klein gut hineinversetzen und hofft mit ihm, dass die Folgeschäden ausbleiben.
Obwohl man sich schon jetzt dessen bewusst ist, dass die Schäden threadbestimmend sein werden.
Die Prämisse "5000€ sind verlockend, aber der Einsatz ist das Leben" hat was drauf.

Stilistisch gibts nicht allzu viel zu bekritteln, finde ich. Hin und wieder kommen kleine Doppelmoppel vor, werden Sachen erklärt, die sich von sich aus erklären. Oder das alte Lied ... zuviele Eigenschafts- und Füllwörter

zB .... das beinahe unwirkliche Licht der Neonröhren.
Es kommt einem unwirklich vor, und fertig. Nix beinahe.

Was anderes: das Türtaferl "Herr W.Hinzig, Testkoordinator" .... wüßte nicht, dass jemand auf seine Tür "Herr" aufmalt Winken --- ohne "Herr" aber vielleicht "Werner Hinzig ..." oder so.

Starrt Klein im ersten Satz "lustlos" die Decke an? Bestimmt. Es wäre grotesk wenn er die Decke lustig oder lustbetont betrachtet. Deswegen könnte man ein farbigeres Anstarrattribut suchen.
Oder:
... starrte die Decke an (ohne "lustlos"). Sein Blick verband das Rechtecksmuster der billigen Styroporverkleidung mit geometrischen Linien, die sich im Nichts verloren.

Übrigens beanspruche ich für den letzten Satz das Urheberrecht Winken ... werde ihn gelegentlich in einer anderen story verwenden.

So, und zum Schluss:
" Die Frau, die ihm hätte welche schenken können, hatte ihn schon vor über drei Jahren verlassen - Christiane. Immer wenn er an sie dachte"
Ich würde sagen:
Die Frau, die ihm hätte welche schenken können, hatte ihn schon vor über drei Jahren verlassen. Immer wenn er an Christiane dachte ...


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markoose
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BeitragVerfasst am: 08.06.2013, 21:37    Titel: Danke fürs Feedback Antworten mit Zitat

Ja, das ist genau die Art von Kritik, die weiterbringt. Vielen Dank für die vielen Hinweise.
Schön, dass dir der Plot gefällt. Hab mittlerweile so um die 30 Seiten. Vielleicht stelle ich sie scheibchenweise ein. Oder was meinst du?

Auf jeden Fall Danke, Georg.
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markoose
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BeitragVerfasst am: 08.06.2013, 21:52    Titel: Kapsel Kapitel 3 Antworten mit Zitat

Der graue Overall roch noch unangenehm neu, war aber sehr bequem zu tragen. Auf der linken Brustseite prangte das Logo des Raumfahrtzentrums und direkt darunter sein Name mit dem Zusatz ‚Testpilot’. Es fühlte sich irgendwie gut an, wieder eine Aufgabe zu haben, einen Posten zu bekleiden.
Peter trat auf den quietschenden Sohlen der neuen Turnschuhe aus dem Umkleideraum und warf den beschrifteten Plastikbeutel mit seinen eigenen Kleidern und den wenigen persönlichen Gegenständen, wie ihm gesagt worden war, in den dafür vorgesehenen Schlitz.
Kaum war die Metallklappe ausgeschwungen, öffnete sich auch schon eine Tür und Minzig trat ein. Er hatte sein Jackett gegen einen weißen Laborkittel getauscht und trug einen flachen Handcomputer. »So, Herr, äh, Klein.« Minzig hatte noch mal schnell einen Blick auf das Display des handlichen Computers geworfen. »Steht ihnen ja ganz ordentlich. Wie sagt man so schön? Kleider machen Leute. Na, dann wollen wir mal.«
Er ging an Klein vorbei auf ein rundes Metallschott in der Wand zu. Dieses hatte einen Durchmesser von etwa siebzig Zentimetern und ein massiver Griff war darüber angebracht.
»So. Ab hier beginnt der Test. Bitte seien sie sich im Klaren, dass die Rettungskapsel für Jedermann konzipiert ist. Sie brauchen keinerlei ...«
»Countdown für Testreihe 2-17, noch 60 Minuten.« Peter schaute unsicher nach oben, während Minzig einfach nur mit dem Sprechen aufhörte und wartete.
»...Vorkenntnisse. Verhalten sie sich also völlig normal, das heißt eben so, als müssten sie wegen eines Notfalls ihr Schiff verlassen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sie dazu verpflichtet sind, ein Logbuch zu führen, sodass wir den Test besser auswerten können.« Minzig machte eine kurze Pause, wohl um sich zu sammeln, während Klein nur nickte.
»Herr Klein, haben sie vor den nächsten achtundvierzig Stunden noch Fragen. Während des Test werden sie nicht mit mir sprechen können.«
»Nein.«
Minzigs Stimme veränderte sich unmerklich und doch spürte man sofort wieder den sachlichen Unterton. Er sprach in den Raum hinein. »Aufzeichnungsbeginn ... Testreihe 1-22, Projekt REKA, 23. November, 2032.« Minzig blickte wieder auf seine Armbanduhr. »Es ist jetzt genau 12:54 Uhr. Der Proband Nummer 17 steht an der Sicherheitsschleuse und ist bereit für den Test. Testkoordinator Minzig erbittet Testfreigabe. Haben wir grünes Licht?«
Während Minzig einfach vor sich hinstarrte, blickte sich Peter suchend um, doch sah er keine Lautsprecher.
»Testreihe 1-22 bestätigt. Sie haben grünes Licht.« Die Stimme hätte beinahe dieselbe sein können, die die Countdowndurchsagen machte, allerdings war sie etwas älter.
Minzig drehte sich zu Peter. »So, Herr Klein. Holm- und Rippenbruch, wie man wohl unter den Piloten sagt.«
Klein interpretierte Minzigs Handbewegung falsch und wollte ihm die Hand schütteln, doch der hatte nur auf die eiserne Luke gezeugt. Verlegen versuchte Peter seine Bewegung zu kaschieren und nestelte nervös an dem Schleusenverschluss herum. Er versuchte, sich zu erinnern, was vorher in dem Sicherheitsflyer gestanden hatte, den er lesen sollte. Nach endlos scheinenden Sekunden löste sich schließlich die Verriegelung und zischend öffnete sich das Schott ein Stück. Klein hob die schwere Tür weiter an und klappte sie um, während Minzig schon die ersten Notizen in seinen Computer tippte.
Wie ein großer Schlund gähnte nun ein schwarzes Loch vor ihm. Schon nach wenigen Zentimetern war trotz der polierten Metalloberfläche nichts mehr in dem Rutschtunnel zu erkennen. Peters nun schweißigen Hände umschlossen den Griff, der oberhalb in der Wand saß. Beinahe wie an einer Rusche in einem Vergnügungspark wippte er kurz auf den Fußballen, sprang dann hoch und schwang sich in die Röhre, nur um sofort loszulassen.
Er drückte die Beine durch und spannte die Schienbeinmuskulatur an, wie man ihm erklärte hatte, sodass die Sohlen seiner Bordschuhe sein Rutschen nicht abbremsten. Im Nu hatte Klein ein hohe Geschwindigkeit und spürte den Fahrtwind um die Nase. Kaum hatte er einen kleinen wiederkehrenden Leuchtpunkt an der Decke der Röhre ausgemacht, der wohl der Orientierung galt, endete die Rutschpartie abrupt und recht unsanft. Peter saß wohl ein einer Art Polstersessel. Es roch wie in einem neuen Auto und um ihn war absolute Schwärze.
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BeitragVerfasst am: 02.08.2013, 14:37    Titel: Das vierte Kapitel - Die Kapsel Antworten mit Zitat

Die unangenehme Landung schlug Klein etwas auf den Magen. Wenige Augenblicke, nachdem seine Augen begannen, sich an die absolute Dunkelheit zu gewöhnen, machte er schwaches Glühen links von sich aus. Es war ein Rechteck.
»Bitte Piloteninterface anlegen ... Bitte Piloteninterface anlegen ... Bitte Piloteninterface anlegen ...« Dieses Mal war es eine weibliche Stimme, die unaufhörlich vor sich hinquäkte.
Peter ertastete mit seiner linken Hand noch immer nervös einen Gegenstand in dem leuchtenden Rechteck. Beinnahe wie bei einem metallenen Handschuh ließ er nun die Hand in eine Art Armband gleiten und hob sie dann an. Direkt über seinen Kopf leuchtete eine Lampe auf tauchte seine Umgebung in ein schwach gelbbräunliches Licht, das stetig heller wurde und die Stimme vom Band brach sofort ab. Sie wurde von einer in Qualität und Stimmlage weitaus angenehmeren zweiten Frauenstimme abgelöst.
»Piloteninterface aktiviert, beginne m ...«
»Bitte Piloteninterface anlegen ... Bitte Piloteninterface anlegen ... Bitte Piloteninterface anlegen ...« Das Licht ging aus und die erste Frauenstimme quäkte wieder unablässig durch die Kapsel.
Peter hob den linken Arm, schnitt eine etwas genervte Grimasse in die Dunkelheit und schüttelte das Interface. Das Licht ging wieder an. Die Stimmen wechselten erneut.
»Piloteninterface aktiviert, beginne mit der Notfallstartsequenz. Schnallen sie sich bitte sofort an.«
Noch ehe Klein das Wort WACKELKONTAKT überhaupt denken konnte, erwachte ein Monitor knapp über seinen Knien zum Leben und zeigte in einfach zu verstehenden Piktogrammfolgen, wo die Gurte waren und wie er sich anzuschnallen hatte. Oben rechts auf dem Schirm war eine Zehn eingeblendet, die sich sofort in eine Neun verwandelte, dann in eine Acht. Bei jeder Verwandlung war ein kleines Piepsen zu hören.
Das Licht über ihm reichte gerade, um die Verschlüsse zu finden und begann dann schon wieder, schwächer zu werden. Hektisch nahm Peter die Verschlüsse der Gurte in die Hand und schnallte sich an – es ist nur eine Simulation.
Ziemlich angespannt lehnte er sich dann zurück und starrte auf den Monitor. Ab der Drei sprach die Stimme mit. »Drei – zwei – eins – Zündung.«
Zuhören war nicht viel, aber Klein spürte in seinem Rücken eine dumpfe, aber harte Erschütterung und wurde schlagartig in den Sitz gepresst. Er war schon in irgendwelchen Vergnügungsparks in vermeintlichen Raumschiffsimulatoren gesessen, aber das hier war eine andere Liga. Er glaubte wirklich zu spüren, wie die Rettungskapsel beschleunigt wurde und sich vom Mutterschiff entfernte. Langsam nahm sein Körper die Beschleunigung auf.
»Sicherheitsabstand zum Mutterschiff erreicht in fünf, vier, drei, zwei, eins. Herzlichen Glückwunsch! Sie haben soeben die Zerstörung ihres Mutterschiffes überlebt. Auf künstliche Schwerkraft wird verzichtet. Scanner zeigen keine lebensgefährlichen Verletzungen. Beginne nun mit der Kalibrierung des Systems anhand der bestehenden Körperdaten. Sie hören nun zu ihrer Entspannung das Stück ‚Ave Maria’ von Bach/Gounod interpretiert von Maria Callas.«
Auf dem Monitor war ein Statusbalken zu sehen, der langsam wuchs. Peter fragte sich, wie oft in seinem Leben er wohl schon auf so einen Statusbalken geblickt hatte.
Der Monitor erleuchtete das Innere der Kapsel nur schwach, passend dazu begannen die Klavierakkorde sich ganz zart in einem harmonischen Auf und Ab aneinanderzureihen und die griechische Opernsängerin fing den verwirrten Klein mit ihren Klängen ein. Dann ging ein leichter Ruck durch die Kapsel und wo eben noch schwarze Wände gewesen waren, wurde das Material transparent. Durch die sich klärenden Scheiben konnte man noch Teile der Fensterpanzerung sehen, die gerade wegklappte. Dahinter tat sich das All in seiner unbegreiflichen Weite auf.
Als Peter die Erde unter sich sah, lief es ihm kalt und heiß den Rücken hinunter. Gerade ging die Sonne auf. Etwas Schöneres hatte er wohl noch nie gesehen. Der Mond schwebte gestochen scharf rechts neben ihm und halblinks unter ihm ließ die Sonne die Erde beinahe wie einen Edelstein glänzen.
»Countdown für Testreihe 2-17, noch 55 Minuten.« Unsanft hatte die Stimme die Sängerin übertönt, obwohl sie dieses Mal nur gedämpft zu hören gewesen und definitiv außerhalb der Kapsel war. Hatten Minzig vergessen, die Lautsprecher in der Simulatorhalle abzuschalten. Was sollte das? Klein fühlte sich um seine Illusion betrogen. Als er nun auf die Erde sah, war der Zauber irgendwie weg. Es ist nur eine Simulation.
Frau Callas kam zum Ende des Stückes, der Statusbalken war komplett und verschwand vom Bildschirm. Jetzt erschien das Wort REKA und darunter das Logo des Raumfahrtzentrums, eine stilisierte Erde mit einem startenden Raumschiff.
»Kalibrierung abgeschlossen. Ich hoffe, sie haben die Havarie seelisch gut überstanden. Wenn sie Zuspruch brauchen sollten, sagen sie einfach SEELSORGE.«
Klein starrte etwas skeptisch auf den Bildschirm.
»Mein Name ist REKA. Ich bin das Kommunikationsprogramm dieser Rettungskapsel und meine Aufgabe ist es, ihnen ihre Rettung so angenehm wie möglich zu machen. In Zukunft werde ich von der Rettungskapsel und mir in einer Person sprechen. Wie darf ich sie nennen?«
»Äh, Peter.«
»Hallo, Ähpeter. Darf ich ...«
»Nein, nein, mein Name ist Peter, einfach nur Peter.«
»Oh, Entschuldigung. Hallo, Peter. Darf ich mich ihnen nun erläutern?
»Ja.«
»Ich bin eine Rettungskapsel, Modell Nummer 6 der Baureihe Beta. Für den weiteren Gebrauch ist es sicherlich von Vorteil, genau über mich Bescheid zu wissen. Soll ich fortfahren?«
»Ja, ich bitte darum.« Es gab in Kleins Alltag Tausende Geräte, die mit Voicecontrol gesteuert wurden, jedoch wenige, mit denen man sich richtiggehend unterhalten konnte. Peter war gespannt, wie sich Reka machen würde.
»Ich verfüge über einen hochleistungsfähigen Bordcomputer der neuesten Generation und einem experimentellen Bussystem, dass sowohl die Installation als auch meine Wartung erleichtert. Meine Energieversorgung wird durch einen Minireaktor gewährleistet, der neben den Nottriebwerken auch die Lebenserhaltungssysteme und alle weiteren Verbraucher versorgt. Er ist in der Lage, insgesamt 12,3 Megawatt zu erzeugen, die aber hauptsächlich von den Triebwerken in Anspruch genommen werden.«
Auf dem Monitor war eine schematische Darstellung der Kapsel zu sehen und die angesprochenen Teile wurden immer hervorgehoben.
»Bei normalem Verbrauch kann ich bis zu zwei Astronomische Einheiten mit einigen Kurswechseln zurücklegen. Bei Ausfall des Reaktors verfügt die Kapsel über ein Solarsegel, das bei ausreichendem Sonneneinfall für den Betrieb der Lebenserhaltungssysteme ausreicht. Die Hülle der Kapsel hält äußersten Belastungen stand und ist aus einem speziellen Titan-Carbon-Verbundstoff gefertigt. Die Kapselfenster können bei Bedarf verdunkelt und mit Schilden abgedeckt werden, was optimalen Schutz vor umherfliegenden Partikeln bietet.
An Bord befinden sich neben einer Hochleistungsklimaanlage und einem Luftaufbereiter auch zwanzig Liter Trinkwasser, die über das Versorgungsinterface aufgenommen werden könne.«
Rechts neben Peters Kopf war ein kleiner Motor zu hören und eine metallene Röhre mit einem Mundstück schwebte in der Nähe seiner Wange. Ein zweites Surren und alles war wieder verschwunden.
»Sagen sie einfach TRINKEN und das Versorgungsinterface steht ihnen zur Verfügung. Bei sparsamem Verbrauch in Verbindung mit dem Hygieneadapter sollte der Wasserspeicher für achtzehn bis zwanzig Tage reichen. Wenden sie sich nun bitte nach rechts. In dem Fach mit der Aufschrift VERSORGUNG befinden sich verschiedene Lebensmittelkonserven, die sowohl in warmem wie auch in kaltem Zustand verzehrt werden können. Die Zubereitung ist außen auf der Packung aufgedruckt. Sie können dazu den Induktionsofen halbrechts nutzen. Die Vorräte sind für den Bedarf eines durchschnittlichen Erwachsenen ausgelegt und sollten etwa zwei Wochen reichen. Die Notdu ...«
»Bitte Piloteninterface anlegen ... Bitte Piloteninterface anlegen ... Bitte Piloteninterface anlegen ...« Der Monitor war wieder einmal schwarz geworden. Fluchend schüttelte Klein den linken Arm mehrere Minuten und klopfte schließlich mit der flachen Hand auf das silbermetallische Objekt.
Erneut belebte sich der Bildschirm und ihm gelang noch ein kurzer Blick auf die letzte Überschrift – SCHLEUSENKLAPPE.
»... ntsorgen sie über die Schleusenklappe. Um eine verzugslose Rettung zu gewährleisten, berechne ich die augenblickliche Position. Sie können sich mit dem Unterhaltungs- und Fitnessprogramm an Bord vertraut machen. Beschäftigen sie ihren Geist. Ein glücklicher Überlebender ist ein gesunder Überlebender.«
Auf dem Monitor erschien ein Menü mit mehreren Piktogrammen, die für verschiedene Angebote standen. Darunter waren Denkspiele, Hörbucher, Bücher, Musik, Filme, Fitnessprogramme und das Logprogramm.
Etwas lustlos drückte Peter auf Filme, um die Auswahl in Augenschein zu nehmen. Irgend so ein Spaßvogel hatte John Carpenters Darkstar von 1974 hinterlegt, ansonsten waren keine Filme verfügbar. Na toll, das konnten ja lange achtundvierzig Stunden werden. Schließlich entschied er sich für eine Auswahl verschiedener aktueller Songs und eine Partie Schach.
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BeitragVerfasst am: 09.09.2013, 21:41    Titel: Fünftes Kapitel »Sicherheitsprotokoll« Antworten mit Zitat

»Bauer E2 auf E...«
»Countdown für Testreihe 2-17, noch 50 Minuten.« Wieder war die Durchsage durch die Bordwand zu hören gewesen. Allmählich machte sich Peter ernste Gedanken darüber. Wie konnte das sein? Er war in einem abgeschlossenen Testlabor und wurde rund um die Uhr überwacht. Hörten sie die Durchsagen nicht? Vielleicht hatten sie nur Mikrofone innerhalb der Kapsel. Aber selbst dann hätten sie etwas hören müssen. Klein nahm sich vor, irgendwie mit Minzig Verbindung aufzunehmen, wenn eine weitere Durchsage käme.
»Bauer E2 auf E...«
»Verzeihung, wenn ich sie unterbreche. Die Positionsbestimmung ist abgeschlossen. 47 Stunden, 43 Minuten und 53 Sekunden bis zum nächsten Zeitfenster für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Entsprechende Kursänderungen werden initiiert.« Sofort erfolgten mehrere kleine Erschütterungen. Peter konnte auf den ausgeklappten Fensterschilden den Widerschein der Triebwerke sehen, die der Kapsel stoßweise Impulse gaben und sie parallel zu Erdoberfläche drehten.
Peter war die Lust an Schach vergangen. Er spürte einen leichten Druck auf der Blase und begann sich Gedanken zu machen, wie es hier wohl um die Notdurftverrichtung bestellt war. Ein Grummeln im Bauch ließ ihm zudem bewusst werden, dass er seit heute Morgen außer irgendeiner Aufbauspritze bei einer der Untersuchungen nichts zu sich genommen hatte.
Ein sonderbares orangefarbenes Blinken zeriss die Illusion des Weltraums. Eine Drehspiegellampe leuchtete vielleicht zwanzig Meter entfernt an der Wand und ein Warnsignal gesellte sich dazu. Durch das unstete Licht, das die Weltraumprojektion immer wieder störte, konnte Klein die ungefähren Ausmaße der Laborhalle erkennen. Wenn auch zu Teilen durch die Rückwand der eigenen Kapsel verdeckt sah er mindestens zwanzig weitere Kapseln an der hinteren Wand der Halle stehen.
»Testreihe 2-17, noch 45 Minuten. Ladesequenz der Testkapseln beginnt.« Kaum war die Stimme verklungen, begannen sich die hinteren Kapseln auf einem Band in Richtung Wand in Bewegung zu setzten. Die Vorderste wurde durch eine Art Sonde an einem Roboterarm geprüft, was mit einem durchdringend hohen Ton verbunden war, dann leuchtete kurz ein grünes Licht auf und sie verschwand in einer Klappe.
Peter konnte seinen Ärger nur mit dem Gedanken an das Geld beruhigen. Dieses Institut war anscheinend ein ziemlich dilettantischer Verein, wenn sie den einen Test mit dem anderen störten.
Immer wieder verschwand eine Kapsel nach dem Aufleuchten der grünen Lampe in der Wand, als plötzlich eine rote Lampe brannte.
»Sicherheitsprotokoll aktiv, Kapsel 14 weist unzureichenden Zustand auf. Routine für Behelfskapsel läuft an.«
Schlagartig erlosch der Bildschirm vor Peter und in der Halle ging eine weitere Lampe an, diesmal über ihm an der Decke. Sie beleuchtet einen mächtigen Greifarm. Dieser setzte sich auch sofort in Bewegung und nahm nach mehreren zackigen Richtungsänderungen die Kapsel vor der Wand vom Band und setzte sie im nicht einsehbaren Teil der Halle ab.
Klein beschlich ein sonderbares Gefühl, das sich von seinem Unterleib schnell in Richtung Magen vorarbeitete. Das ist nur eine Simulation.
Plötzlich war der Greifer wieder über ihm und senkte sich in Angst einflößender Geschwindigkeit herab. Etwa zwei Meter über der Kapsel blieb er dann abrupt stehen und die Fensterschilde begannen sich zu schließen. Schwärze umhüllte ihn.
»Behelfskapsel festgelegt. Austausch eingeleitet.«
Peter überkam Panik. Was sollte das um Himmels Willen! Er war doch gar nicht für eine scharfe Testreihe vorgesehen. Das war ein Fehler!
»Hallo! Herr Minzig? Hallo!« Er rief lauthals in die Dunkelheit, nur um vor der Lautstärke seiner Stimme und der Panik, die darin mitschwang, zu erschrecken. »Hallo! Ihr macht einen Fehler.« Schließlich begann er, wie wild an die verschlossenen Fenster zu klopfen. Seine Stimme hallte unangenehm dumpf und trotzdem überlaut in der Kapsel wieder. Dann war ein metallisches Geräusch zu vernehmen und ein Ruck fuhr durch die Kapsel. Spürbar wurde sie in die Höhe gerissen und vollführte in der Schwebe einige Richtungsänderungen. Mit einem blechernen Hall setzte sie wieder auf. Klein verstummte. Der Schweiß war ihm ausgebrochen, seine Hände schmerzten und er keuchte schwer. Mit weit aufgerissenen Augen starrte er in die Dunkelheit und versuchte zu erahnen, was nun geschehen würde.
Dann hörte er ihn, diesen durchdringend hohen Ton, der von der Robotersonde stammen musste. Als er verklungen war, setzte sich seine Kapsel wieder in Bewegung. Was sollte er nur tun?
Kraftlos ließ sich Peter in den Sessel zurücksinken und keuchte vor sich hin, während er aus dem Summen und Ruckeln schloss, dass er sich wohl immer noch auf dem Band befand. Nach einer nur schwer messbaren Zeit in absoluter Dunkelheit wurde die Kapsel so gedreht, dass er auf dem Rücken lag. Dann fand das Ruckeln in einem Klicken und einigen Servos, die mehr zu spüren als zu hören waren, ein Ende.
Der Bildschirm erhellte sich und zeigte Minzig in Großaufnahme. »Herr Klein? Herr Klein, sind sie da?«
»Wo soll ich denn sein, bitte schön?« Peters Panik war einer großen Verärgerung gewichen.
»Ah, sehr schön.« Er wirkte verlegen. »Wir haben hier einen kleinen Fehler in den Missionsparametern des Hauptrechners. Ich habe das bereits weitergemeldet, warte jetzt aber noch auf die Entscheidung von oben. Ich bin mir sicher, dass wir sie da bald rausholen.«
»Was heißt hier ‚Ich bin mir sicher’? Ich will sofort hier raus! Kümmern sie sich darum! Gibt es hier keinen Notaustieg? Sagen sie mir jetzt nicht, dass es aus dieser Rettungskapsel keinen Notaustieg gibt!«
»Herr Klein.« In Minzigs Stimme schwang auf einmal eine große Distanz mit. »Das hier ist kein mittelständischer Betrieb. Wir sind ein Weltunternehmen. Allein ihre Testreihe kostet mehrere Millionen und der scharfe Start geht in die hundert Millionen. Seien sie versichert, dass wir alles tun, was möglich ist. Wir sind aber auch ein gewinnorientiertes Unternehmen, das seinen Aktionären gegenüber verantwortlich ist. Das verstehen sie doch, Herr Klein? Ich melde mich in ein paar Minuten wieder. Minzig Ende.«
Klein blieb fast die Luft weg. Er hatte sich diesem Konzern offensichtlich ausgeliefert. Konnte das sein? War er so blauäugig gewesen? Gehörte das vielleicht auch zum Test?
»Licht.« Die Standbydiode des Monitors blieb das Einzige, das den Innenraum der Kapsel erhellte.
Frustriert durch das fehlende Licht begann Klein fieberhaft, alles abzutasten, um vielleicht selbst den Ausstieg zu finden.
»Testreihe 2-17, noch 40 Minuten. Ladesequenz der Testkapseln abgeschlossen.« Ohne jegliche Regung kommentierte die Stimme seine ergebnislose Suche.
Peter wurde es heiß und kalt und er sank zitternd in seinen Sessel. Er kam sich schrecklich ausgeliefert und betrogen vor. Was sollte er nur tun?
Zäh vergingen die Momente, in denen Klein nur seinen eigenen Atem hörte und von Atemzug zu Atemzug wurde die Luft heißer und stickiger. Aus irgendeinem Grund lief die Klimaanlage nicht. Er begann, schrecklich zu schwitzen.
»Testreihe 2-17, noch 35 Minuten. Externe Energiezufuhr wird abgekoppelt. Trägersystem versorgt sich jetzt selbst.« Für einen Moment flackerte die kleine Standbydiode am Monitor. Ein kurzes anschwellendes Rauschen und ein eisiger Luftzug auf seiner Stirn kündeten von der wieder laufenden Klimaanlage. Dankbar um die vermeintlich frische, aber auf jeden Fall kühle Luft, wischte sich Peter die verschwitzten Haare, so gut es eben ging, mit seinen Overallärmeln trocken.
»Herr Klein?« Von einem Moment auf den anderen war Minzigs ausdrucksloses Gesicht wieder auf dem ganzen Bildschirm zu sehen. »Herr Klein, ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht.«
»Kommen sie mir nicht so.« Peter ließ die Arme sinken und ahnte bereits, dass das nichts Gutes bedeutete.
»Dann fang ich mit der Schlechten an. Herr Klein.« Minzig ging noch näher an die Kamera heran, sodass nur noch Augen, Nase und Mund zusehen waren. »Sie fliegen ins All.«
»Das könnte ihr nicht machen! Dafür habe ich meine Einwilligung nicht gegeben! Ich will hier sofort raus! Ich …«
»So beruhigen sie sich doch.« Minzig wartete eine Weile schweigend bis Klein sich ausgetobt und die Aussichtslosigkeit seines Protestes begriffen hatte.
»Herr Klein. Sie haben uns ihre Einwilligung gegeben, auch wenn das so nicht geplant war. Die Ladeautomatik des Zentralrechners muss neu justiert werden. Der Austausch einer scharfen Kapsel mit der aus einem anderen Testlauf war so nicht vorgesehen.«
Peter war den Tränen nahe und er glaubte, keine Luft mehr zu bekommen.
»Sie sind, wenn man den Ärzten glauben schenken darf, topfit, Herr Klein. Ihre Kapsel ist auch weltraumtauglich, da kann ich sie beruhigen, und der Test wird auch nicht länger dauern, als wir besprochen haben. Sie fliegen da rauf, werden abgekoppelt, der Bordcomputer berechnet den Wiedereintrittswinkel, sie kommen runter und das war’s.« Minzig lehnte sich zurück, dass beinahe seine Schultern zu sehen waren. »Und dann gibt es einen dicken Bonus, der ihnen das Fünffache einbringt.« Ein kleines selbstgefälliges Lächeln umspielte seinen linken Mundwinkel.
Peter wusste nicht recht, was er sagen sollte. Er fühlte sich gefangen und dennoch. Jetzt war er schon einmal hier und fünfundzwanzigtausend Euro würden ihm immerhin einen Neustart ermöglichen.
»Und außerdem, Herr Klein,« Minzig nähert sich der Kamera mit verschwörerischer Miene. »dann können sie mit Fug und Recht behaupten, ein echter Testpilot mit Raumerfahrung zu sein. Das kann nicht jeder. Das kommt bei der Frauenwelt bestimmt nicht schlecht an. Sie verstehen doch, Herr Klein?«
Langsam nickte Peter den Bildschirm an, war sich aber über seine Gefühle überhaupt nicht im Klaren.
»Also, Kopf hoch, Herr Klein. Das schaffen sie schon. Ich bin ja immer bei Ihnen. Während der Startsequenz muss ich mich allerdings ausklinken, damit ich der Startkontrolle nicht dazwischen funke. Sie verstehen? Denken sie einfach an das Geld. Minzig Ende.« Schlagartig war der Bildschirm schwarz.
Im selben Augenblick beschlich Klein wieder ein ungutes Gefühl. Er versuchte, seine Gedanken zu sortieren.
Im Endeffekt war es so, wie Minzig es gesagt hatte. In zwei Tagen würde er darüber lachen und das Geld kassieren. Peter kniff die Augen zusammen und atmete kurz und kräftig aus. Also gut. Wenn das All einen neuen Besucher wollte, sollte es wohl so sein. Ein flüchtiger Gedanke flackerte durch seinen Hinterkopf – er hatte ja nichts mehr zu verlieren.
»Testreihe 2-17, noch 30 Minuten. Triebwerke werden angefahren.«
Klein spürte ein unterschwelliges Vibrieren, das die gesamte Kapsel erfasste. Nervös rieb er seine schweißigen Handflächen an seinen Oberschenkeln ab. Die Luft war mittlerweile beinahe zu kühl, und da er sich einigermaßen beruhigt hatte, war sein Kreislauf nach unten gegangen, was ihm ein leichtes Frösteln bescherte. Als hätten seine Hände davon nichts mitbekommen, waren sie mit kaltem Schweiß bedeckt. Das Vibrieren wurde jetzt merklich stärker.
»Testreihe 2-17, Triebwerke bei dreißig Prozent.«
Peter ging sein Leben durch den Kopf. Nicht in einzelnen flüchtigen Bildern, sondern in mehreren, deutlichen Passagen. Ihm kam sein Vater in den Sinn, wie er mit ihm zusammen vor einem Videospiel gesessen hatte und nicht verlieren konnte. Er sah seine Mutter, wie sie ihm sein Pausenbrot gab und ihm auf dem Weg zur Schule nachwinkte, während sie ihm irgendetwas nachrief, an das er denken solle. Seine erste Freundin, und wie sie sich küssten, sein Schulabschluss und die verrückten Flausen, die er und seine Freunde damals im Kopf gehabt hatten. Er hatte ein Leben gehabt, wie andere auch, ein schönes Leben. Was war aus ihm geworden? Er saß geschieden und ohne eine Festanstellung wie eine Laborratte in einer dunklen Kapsel, hatte feuchte Hände und war auf dem Weg ins All.
Klein versuchte sich das Geld vorzustellen und was er als Erstes damit machen würde.
»Testreihe 2-17, Triebwerke bei fünfundsechzig Prozent. Testlauf beendet. Countdown bei 21 Minuten.«
Als Erstes würde er richtig fein essen gehen. Vorher würde er sich neue Kleider kaufen müssen. Und dann würde er Urlaub machen. Nein, kein Urlaub. Er war jetzt lange genug untätig in phlegmatischer Zeitverschwendung versunken. Er würde sich in Bewerbungen stürzen. Vielleicht bekam er eine Anstellung in einer größeren Stadt. Er könnte ja umziehen. Es würde sich ja sowieso niemand um ihn scheren. Vielleicht Christiane? Nach allem, was er wusste, war sie immer noch allein. Vielleicht könnte er ja ...
»Testreihe 2-17, Transfer des Trägersystems in drei, zwei, eins.«
Wieder ein Ruckeln und Klein wusste, dass sich die Trägerrakete mit den Rettungskapseln auf die Startrampe schob. Seine Magennerven spielten verrückt und in seinen Bauch rumorte es. Wenn er doch endlich wieder ein Licht hier drin hätte oder wenigstens mit diesem REKA-Programm reden könnte. Das würde ihn ablenken. Doch ihm blieb nichts anderes als zu warten. Minuten, in denen nur ein leichtes Vibrieren zu spüren war und er von seinem Gleichgewichtsinn nur vage Informationen bekam, wohin die Reise ging.
Die Trägerrakete stoppte.
»Testreihe 2-17, Transfer Trägersystems abgeschlossen. Countdown bei fünfzehn Minuten.«
Peter wurde einmal mehr bewusst, dass das Zeitfenster eines zumindest theoretischen Ausstiegs oder gar einer Flucht immer kleiner wurde. Unterbewusst tasteten seine Hände noch einmal umher, ob da nicht doch irgendwo ein Griff und ein Notausstieg waren.
»Testreihe 2-17, vierzehn Minuten bis zum Start.«
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BeitragVerfasst am: 10.09.2013, 01:45    Titel: Antworten mit Zitat

Echt spannend!
Natürlich gäbs wie beim 1.comment von mir diverse lektoratsbedürftige Kleinigkeiten, aber das ist normal (bzw der Mittelwert aller Verrücktheiten Winken )

Winkend
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BeitragVerfasst am: 10.09.2013, 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr glücklich
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BeitragVerfasst am: 12.09.2013, 19:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mag Science Fiction und Fantasy. Diese Geschichte kann was werden, so wie der Ankwin ("Raben" gelesen).

Mir gefallen Science Fiction und Fantasy besonders in der Ich-Form. Z.B. sind die besten Werke von Heinlein in der Ich-Form.

Die Ich-Form ist wie ein Gespräch wischen Autor und Leser. Der Leser denkt sich seinen Teil der Konversation indem er emotional zustimmt oder ablehnt.

Die echteste Geschichte ist aus erster Hand, also, der Erzähler schildert seine Erlebnisse und seine Sicht des Erlebten. Das ist die urtümliche Form einer Geschichte, ich erzähle dir was ich erlebt habe. Was in einem Roman natürlich nicht unbedingt eine wahre Geschichte sein muss. Je besser der Autor, desto authentischer und reicher ist das erfundene "Ich".

So ein "literarisches Ich" muss praktisch eine im Realen unmögliche Über-Person sein, eine Aggregation mehrerer wirklicher Personen. Ein Mensch kann gar nicht so viel spannendes erleben wie der "Ich-Held" in einem guten Roman.

Bei den Romanen und Geschichten in der beschreibenden Form (er tut, sie macht, er sah, sie ging, usw.) frage ich mich immer, ob der Autor vom Himmel (aus der Vogelperspektive) herab all-wissend und all-sehend das Geschehen beobachtete. Für mich unglaubwürdiger als die Ich-Form.

Das "Ich" in einem Roman braucht auch nicht alles zu wissen und kann sich in Widersprüche verwickeln, die durch "neue Informationen" aufgelöst werden könnten: "Ach, wie wurde ich getäuscht!", "Hätte ich das früher erfahren!" oder "Er hat mir ins Gesicht gelogen, die Rache werde ich kalt genießen, noch lacht er!"

Problematischer finde ich einen Roman mit mehreren Personen, die Kapitel weise in der "Ich-Form" erzählen. Der Leser kann sich nur mit einem Erzähler gut identifizieren. Da lässt man lieber das einzige "Ich" des Romans über andere handelnde Personen nachdenken, spintisieren oder berichten.

Ich behaupte nicht einen guten Roman in der "Ich-Form" schreiben zu können. Aber wen ich einen lese, bin ich oft begeistert.

Grüße, Conrad
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BeitragVerfasst am: 03.10.2013, 23:11    Titel: Sechstes Kapitel »Start« Antworten mit Zitat

»Testreihe 2-17, drei Minuten bis zum Start. Alle Systeme auf Grün.«
Ein Jammer. Peter flog ins All und sah außer einem schwach leuchtenden Monitor nichts. Plötzlich erwachte dieser wieder zum Leben. Der sekundengenaue Countdown wurde angezeigt. Er war überrascht, wie glücklich ihn ein wenig Licht machen konnte. Mittlerweile war es aber richtig kühl geworden in der Kapsel, sodass er sich schließlich auf seine Hände setzte, um sie zu wärmen. Wann würde nur dieses Notfallprogramm endlich wieder aktiv?
Die Countdownanzeige schwebte in die obere rechte Ecke des Schirms und ein schlichter unformatierter Text erschien.

‚You are using a Cheapsky Rescue Pod © Modle No. 6 B. Please fasten your seatbelt and follow the further instructions. Keeping your tongue behind your teeth will avoid injury. Thank you for trusting our product. Good luck and have a good day. For further information you may visit us at www.tavion-rescue-pods.com.

Darunter war die Piktogrammfolge zu sehen, die ihm schon einmal gezeigt hatte, wie die Gurte zu schließen waren.
Mit wachsender Nervosität öffnete er die Gurte noch einmal, richtete seinen Overall und gurtete sich dann wieder an.
»Testreihe 2-17, zwei Minuten bis zum Start. Zündung der Triebwerke in fünf, vier, drei, zwei, eins.«
Peter musste sich irgendwie beschäftigen, um seine Nerven zu beruhigen. Er hätte in diesem Moment viel um einen Kaugummi gegeben. Er begann schließlich selbst mit geschlossenen Augen die Sekunden herunterzuzählen, nur um festzustellen, dass er viel zu schnell war.
»Testreihe 2-17, eine Minute dreißig Sekunden. Triebwerke bei vierzig Prozent.« Das Vibrieren nahm wieder zu und überall, wo sein Körper das Polster berührte, wurde die Durchblutung angeregt. Ihm wurde wieder wärmer.
»Testreihe 2-17, eine Minute bis zum Start. Triebwerke bei siebzig Prozent. 54 ... 53 ... 52 ...«
Wieder schossen Klein Zweifel durch den Kopf. Was machte er hier nur? Dieser verdammte Minzig hatte ihn über den Tisch gezogen. Achtundvierzig Stunden! Dann würde er neu anfangen. Nur achtundvierzig Stunden. Komm schon!
»... 41 ... 40 ... 39 ...«
Seine Hände begannen zu zittern, sodass er sich krampfhaft an den Gurten festhalten musste, um sie unter Kontrolle zu bringen. Er hatte den Mund die ganze Zeit geschlossen, um die Zunge hinter seinen Zähnen zu halten und dabei auch noch die Luft angehalten. Explosionsartige atmete er aus. Oh, Gott!
»... 24 ... 23 ... 22 ... 21 ... Triebwerke bei neunzig Prozent.«
Peter Klein fühlte sich winzig und ausgeliefert. Er schnappte nach Luft wie ein Fisch, der auf dem Trocknen lag.
»... 13 ... 12 ...«
Lieber Gott, mach, dass ich hier heil wieder rauskomme!
»... 10 ... 9 ... 8 ... 7 ... 6 ...«
Scheiße, ich werde sterben!
»... 3 ... 2 ... 1 ... Start.«
Mit einer Gewalt, die er so nicht erwartet hätte, presste ihn die Beschleunigung der Rakete in den Sitz. Er konnte spüren, wie seine Wangen und alle anderen beweglichen Teile seines Gesichtes in Richtung Ohren gedrückt wurden. Es fühlte sich an, als würde ein Riese einen Fuß auf seinen Brustkorb setzen und langsam das Gewicht verlagern. Seine Blase fing allmählich an, zu schmerzen.
»Höhe, 32.654 Kilometer, Geschwindigkeit 12130 km/h.«
Klein hätte nicht sagen können, wie lange es dauerte, bis der Druck nachließ, aber er war sehr dankbar darum.
»Höhe, 63.879 Kilometer, Geschwindigkeit 45.380 km/h.«
Was das Ganze besonders unangenehm machte, war die Tatsache, dass er außer dem Bildschirm mit den wenigen Daten und der völlig teilnahmslosen Computerstimme nichts hatte, an dem er sich gedanklich festhalten konnte. Peter spürte nur die extremen Belastungen und vergaß darüber beinahe, wer er war oder wo es hinging.
Plötzlich trat für einen kurzen Moment so etwas wie eine absolute Stille ein. Die Raketenmotoren hatten gestoppt oder waren irgendwie an den Rand seines Bewusstseins getreten. Die Erschütterungen und die Belastung durch die Beschleunigung hatten ausgesetzt. Peter atmete auf.
»Höhe, 63.879 Kilometer, Geschwindigkeit 45.380 km/h. Beginn der Testreihe 2-17 in - drei – zwei – eins – Zündung.«
Mit einer Beschleunigung, die die Erste beinahe in den Schatten stellte, wurde Klein erneut in den Sitz gepresst.
»Erfolgreicher Start. Wiedereintrittswinkel wird berechnet.«
Peter verlor jede Orientierung.
»Wiedereintrittswinkel berechnet. Kurs der Kapsel wird angepasst.« Zu dem Rauschen in seinen Ohren gesellte sich ein Brummen, das die ganze Kapsel erzittern ließ. Es wurde mehrmals unterbrochen, um gleich wieder von Neuem zu beginnen.
»Gehe in Gravitationsmodus.« Das Brummen veränderte sich und wurde schwächer.
Jetzt kam ein Gefühl hinzu, als säße er in einer Berg- und Talbahn, nur dass diese in absoluter Dunkelheit fuhr. Peters Magen rebellierte und sein Sichtfeld flimmert, als wurde jemand an der Helligkeit eines Monitors herumspielen.
Jetzt allerdings ließen die Belastungen schneller als beim ersten Mal nach.
Hatte ihn der Simulator vorhin beeindruckt, so war die Realität noch einmal um einiges eindrücklicher und nicht mehr mit einem Vergnügungspark zu vergleichen.
»Sicherheitsabstand zum Mutterschiff erreicht in fünf, vier, drei, zwei, eins. Herzlichen Glückwunsch! Sie haben soeben die Zerstörung ihres Mutterschiffes überlebt. Scanner zeigen keine lebensgefährlichen Verletzungen. Beginne nun mit der Kalibrierung des Systems anhand der bestehenden Körperdaten. Sie hören nun zu ihrer Entspannung das Stück ‚Ave Maria’ von Bach/Gounod interpretiert von Maria Callas.«
Auf dem Monitor war wieder der langsam wachsende Statusbalken zu sehen. Peters Abneigung gegen jene langsam wachsenden Balkenanzeigen wuchs in diesem Moment beachtlich.
Der Monitor erleuchtete das Innere der Kapsel immer noch nur schwach, und obwohl es dieselben Klavierakkorde waren, die sich beim ersten Mal so wundervoll angehört hatten, schien es Peter, als wolle Maria Callas ihn verhöhnen. Er wartete darauf, dass sich endlich die Panzerung öffnete, sodass er wenigstens etwas zu sehen hatte. Der erwartete leichte Ruck ging durch die Kapsel, die Wände wurden transparent und durch die sich klärenden Scheiben konnte man wieder Teile der Fensterpanzerung sehen, die gerade wegklappte. Dahinter tat sich dieses Mal allerdings nicht das All in seiner unbegreiflichen Weite auf.
Peter wurde beinahe schlecht, da sich seine Augen, jedes Mal, wenn sie sich gerade an etwas festgehakt hatten, zwangsweise loslassen mussten, um nur einen Augenblick später am nächsten Punkt festzuhaken und wieder losgerissen zu werden.
Er erkannte nur fahle Streifen aus Licht, die sich über die Fenster zogen. Sie wurden immer wieder von einem schrecklich grellen Licht und dann von einem blauen Schatten unterbrochen. Peter kniff die Augen zusammen und es lief ihm wieder heiß und kalt über den Rücken, dieses Mal aber nicht durch die empfundene Rührung sondern durch die aufkommende Übelkeit. Was war hier los?
»REKA, was ist hier los? Warum sehe ich das All nicht?«
Keine Antwort und Maria Callas sang gerade ‚Wir wollen uns still dem Schicksal beugen’.
Peter Klein war es übel und er war verärgert, wobei die unterschwellige Angst und die gereizten Magennerven den Ärger schnell verdrängten. Er blickte absichtlich auf seinen Schoß, um die Übelkeit zu verdrängen. Endlich kamen das Musikstück und auch der Statusbalken zum Ende und es erschien wieder das Wort REKA und darunter das Logo des Raumfahrtzentrums.
»Kalibrierung abgeschlossen. Ich hoffe, sie haben die Havarie seelisch gut überstanden. Wenn sie Zuspruch brauchen sollten, sagen sie einfach SEELSORGE.«
Kleins Ärger wuchs wieder ein wenig.
»Mein Name ist REKA. Ich bin das Kommunikationsprogramm dieser Rettungskapsel und meine Aufgabe ist es, ihnen ihre Rettung so angenehm wie möglich zu machen. In Zukunft werde ich von der Rettungskapsel und mir in einer Person sprechen. Wie darf ich sie nennen?«
Peter fühlte sich wie in einem schlechten Film oder als müsste jeden Augenblick irgendwo eine Klappe aufgehen, aus der ein grinsender Fernsehmoderator hervorlugte, nur um ihm zu sagen, dass das ja alles ein ganz toller Scherz gewesen sei. Frustriert starrte er vor sich hin, atmete desillusioniert aus und fluchte leise vor sich hin. »Fuck ...«
»Hallo, Fuck. Darf ich ...«
»Nein, nein, Scheiße noch mal, mein Name ist Peter, einfach nur Peter!«
»Oh, Entschuldigung. Hallo, Peter. Darf ich mich ihnen nun erläutern?
»Ja.« Peter war sichtlich genervt und wollte das alles nur schnell hinter sich bringen.
»Ich bin eine Rettungskapsel, Modell Nummer 6 der Baureihe Beta. Für den weiteren Gebrauch ist es sicherlich von Vorteil, genau über mich Bescheid zu wissen. Soll ich fortfahren?«
»Mh, nein. Das hab ich doch schon alles gehört. Warum seh’ ich hier kein All und was sind das für Streifen?«
»Peter, das ist das All. Es stellt sich ihnen jedoch in Streifen dar, da die ich rotiere.«
»Rotieren? Wieso rotierst du?«
Auf dem Bildschirm wurde erneut eine Schemadarstellung der Kapsel eingeblendet. »Ich verfügt über ein externes Antriebsmodul, das beim Abschuss automatisch abgekoppelt wird. Es ist dann nur noch über ein hundert Millimeter starkes Teleskopversorgungskabel mit mir verbunden.« Der Bildschirm zeigte nun eine Art Bola, aber statt der Steine hing an der einen Seite die Kapsel und an der anderen ein Raketenmotor. »Beim Start werde ich so aus dem Mutterschiff geschleudert, dass durch die Rotation eine künstliche Schwerkraft an Bord erzeugt wird. Wenn sie diese Rotation unterbrechen wollen, so muss ich den externen Antrieb zu Bremsung zünden. Ich rate aber davon ab. Länger anhaltende Schwerelosigkeit kann zu Formen der Raumkrankheit führen, außerdem kostet das Bremsmanöver viel meiner Energievorräte.«
»So viel zur schönen Aussicht. Dann schließ die Fenster wieder.« Augenblicklich setzten sich die Panzerschotte in Bewegung. »Wo kann man den hier mal pinkeln, verdammt?«
»Ja, Peter, fluchen sie ruhig. Fluchen kann ein gutes Ventil für angespannte Menschen sein. Lassen sie alles heraus, ich höre es mir gerne an.«
»Was ist jetzt mit meiner Notdurft?«
»Die Notdurft verrichten sie mit dem Hygieneadapter. Er befindet sich unter ihrem Sitz.«
Peter griff tastend unter den Sitz, während in seinem Kopf sein urmenschliches Bedürfnis und der Begriff HYGIENEADAPTER in einem großen Widerspruch stand. Schließlich fühlte er einen Plastikbeutel, den er hervorholte. Darin befanden sich verschiedenste eingeschweißte Utensilien vom Taschenmesser über eine Notfalldecke bis hin zu wasserfesten Streichhölzern, die alle wohl für das Leben nach einer Notlandung gedacht waren. Peter spürte seine Blase mehr und mehr und rutschte immer unruhiger auf dem Sitz hin und her.
Endlich hielt er einen Beutel mit eingeschweißten Gegenständen in der Hand, auf dem groß und breit HYGIENEADAPTER stand. Schockiert und skeptisch hielt Peter den Beutel vor seinem Gesicht und besah sich die Piktogramme auf der Packung. Diese beschrieben eindeutig unangenehme Tätigkeiten und versprachen ein Gefühl von Krankenhaus. Seine Blase allerdings ließ kein Zögern mehr zu.
Fahrig riss er die Packung auf und nestelte die Kabel und Schläuche heraus. Als Peter jedoch nach unten auf seinen Schoß sah, wurde ihm schlagartig bewusst, dass der Overall zwar einen zweiten Reißverschluss besaß, der unten angebracht war, aber die ganze Aktion wohl doch ein größeres Unterfangen werden würde.
Nach mehreren schweißtreibenden Minuten, in denen seine Blase immer mehr rebellierte, saß Klein nun mit entblößtem Geschlecht und dem Overall auf Knöchelhöhe in der Kapsel und begann den grafischen Anweisungen auf der Verpackung zu folgen. Alle Verbindungen waren schließlich hergestellt.
»Hygieneadapter aktiviert, Peter. Notdurft kann jetzt verrichtet werden.«
Peter begann, sich zu entspannen.
»Achtung, Peter! Hygieneadapter abgekoppelt, bitte prüfen sie die Anschlüsse.« Zusehends hektischer fummelte Klein erneut an den Kabeln und Schläuchen.
»Hygieneadapter aktiviert, Peter. Notdurft kann jetzt verrichtet werden.«
Wieder lehnte sich Peter ausatmend zurück.
»Achtung, Peter! Hygieneadapter abgekoppelt, bitte prüfen sie die Anschlüsse.«
Schwer fluchend und wie von Sinnen prüfte er erneut die Anschlüsse.
»Hygieneadapter aktiviert, Peter. Not ... Achtung, Peter! Hygieneadapter abgekoppelt, bitte prüfen sie die Anschlüsse.«
Dann ging das Licht aus. »Bitte Piloteninterface anlegen ... Bitte Piloteninterface anlegen ... Bitte Piloteninterface anlegen ...« Die andere Frauenstimme quäkte wieder unablässig durch die Kapsel.
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BeitragVerfasst am: 18.10.2013, 21:36    Titel: Re: Siebtes Kapitel »Essen« Antworten mit Zitat

Dumpf starrte Peter auf die Patience, die er sich auf dem Bildschirm gelegt hatte. Das Kartenspiel wollte nicht recht vorangehen und, wenn er es sich recht besah, hatte er es sowieso nur angefangen, um auf andere Gedanken zu kommen. Das war ihm nicht wirklich gelungen, aber wenigsten hatte er sich wieder beruhigt.
Nachdem zusätzlich zum Hygieneadapter auch noch des Piloteninterface ausgefallen war, hatte er sich in seiner Not entschieden, einfach in den Verpackungsbeutel des Hygieneadapters zu pinkeln. Im wahrsten Sinne des Wortes notdürftig verknotet lag dieser jetzt im Fußraum zwischen seinen Beinen und gluckerte gefährlich, wenn er ihn zufällig berührte.
Doch der Beutel machte ihm nicht wirklich Sorgen. Was ihn viel mehr beschäftigte, war die Frage, wohin beziehungsweise wohinein er das nächste Mal machen sollte, den eines war klar. Den Hygieneadpater würde er nie wieder benutzen. Zudem hatte er keine Lust, die nächsten zwei Tage zwischen mit seinen eigenen Exkrementen gefüllten Beuteln zu verbringen.
»Herr Klein, hier Groundcontrol, Minzig spricht.« Das Gesicht des ernsten Mannes erschien in einem kleinen Fenster am oberen Rand des Schirmes. Peter tippte darauf, dann nahm es den ganzen Bildschirm ein.
»Ja, hier ist Klein.«
»Herr Klein, wie haben sie den Start überstanden. Alles in Ordnung?«
»Na ja, so weit so gut. Ich bin unverletzt, aber ich muss gestehen, die Bordtoilette ist weit schwieriger zu überstehen als der Start.«
»Schön, dass sie noch scherzen können, Herr Klein.« Das Lächeln Minzigs wirkte aufgesetzt.
»Das war eigentlich nicht als Scherz gedacht. Um es mal auf Deutsch zu sagen, der Hygieneadapter funktioniert nicht und ich weiß nicht, wo ich hier hinpinkeln soll. Von schwereren Fällen will ich hier noch gar nicht anfangen.«
Beim der geknurrten Antwort Kleins wurde Minzig schlagartig wieder ernst. »Ich verstehe. Ich werde veranlassen, dass die Fehlerdaten ausgelesen werden. Vielleicht bringt uns das weiter.«
Peter starrte finster auf den Schirm.
»Herr Klein. Ich muss ihnen da noch etwas sagen.«
Die Nackenhaare des unfreiwilligen Raumfahrers stellten sich augenblicklich und seine Miene wurde entgegen aller Wahrscheinlichkeit noch finsterer.
»Wir haben hier auf den Schirmen einen kleinen Schwarm aus hoch beschleunigten Teilchen. Sie stammen vielleicht von einem Satelliten oder es sind besonders große Meteoride.«
»Und das heißt?«
»Die bewegen sich genau auf sie zu. Sie sollten alle Schutzschotten schließen und ... beten.«
»Wie bitte? Sie meinen, diese Dinger können mich treffen?«
»Ja, nur sehen sie, es ist so, die Außenhülle ihrer Kapsel ist aus besonders gehärtetem Material und hält den normalen Belastungen im Raum durchaus stand. Diese Teilchen sind meist äußerst klein, aber man weiß eben nie und es handelt sich bei ihrer Kapsel ja genau genommen um ein nicht einsatztaugliches Modell. Deshalb war es ja in der Simulatorhalle installiert.«
»Was euer Verschulden ist! Außerdem hat die Robotsonde die Kapsel doch geprüft und sie selbst haben gesagt, dass … Ach, ich weiß immer noch nicht, warum ich überhaupt hier oben bin. Habt ihr wenigsten den Fehler gefunden?« Peters Stimme war kurz davor, sich zu überschlagen und seine Stimmung kurz davor, ins Haltlose zu kippen.
»Um ehrlich zu sein, Herr Klein, das gibt uns noch Rätsel auf, aber ein hochqualifiziertes Team von Technikern hat sich der Sache bereits angenommen.« Minzig versuchte dieses Mal ein zuversichtliches Lächeln, das ihm aber auch nicht gelingen wollte.
»Na toll. Ich dachte, ihr alle da unten seid hochqualifiziert.« Klein machte eine Pause, in der sein Ärger noch deutlich nachschwang. »Wie lange habe ich noch bis zum Eintreffen der Meteoriden?«
Es sollte zu keinen Verzögerungen durch die Meteroide kommen, sagt Minzig. Er verspricht Klein, dass alles in 1-2 Stunden o.ä. vorüber ist.
Minzig sah auf etwas, das wohl neben seiner Kamera stand. »Noch genau dreiundvierzig Minuten. Ich synchronisiere ihren Bordcomputer. Dann können sie die Daten jederzeit abrufen. Wegen der Notdurftfrage melde ich mich, sobald ich etwas Neues habe. Herr Klein, immer dran denken, nur noch zwei Stunden, viel Glück. Minzig, Ende.« Dann zeigte der Bildschirm wieder das Kartenspiel, das einfach nicht aufgehen wollte.
Peter hob gerade die Hand, um auf ‚Neues Spiel’ zu tippen, als ein Knurren das leise Rauschen der Klimaanlage übertönte. Sein Magen hatte sich zu Wort gemeldet und Peter musste sich eingestehen, nicht ganz zu unrecht, hatte er doch seit heute Morgen nichts mehr gegessen. Es war wohl an der Zeit, einmal die Bordküche auszuprobieren. Die Vorfreude auf ein Essen wurde dem Astronauten wider Willen allerdings ziemlich verdorben, als er an das dachte, was die Nahrungsaufnahme und die damit verbundene Verdauung für Konsequenzen mit sich brachte. Zweifelnd schaute er sich das kluckernde Etwas zwischen seinen Füßen an. In Tüten pinkeln war eine Sache.
»Reka?«
»Ja, Peter?«
»Reka, wie war das noch gleich mit dem Essen?«
»In dem Fach mit der Aufschrift VERSORGUNG befinden sich verschiedene Lebensmittelkonserven, die sowohl in warmem wie auch in kaltem Zustand verzehrt werden können. Die Zubereitung ist außen auf der Packung aufgedruckt. Sie können dazu den Induktionsofen halbrechts nutzen. Die Vorräte sind für den Bedarf eines durchschnittlichen Erwachsenen ausgelegt und sollten etwa zwei Wochen reichen.«
Neugierig öffnete Peter das besagte Fach und ihm bot sich der Blick auf eine ganze Auswahl an verschiedensten Lebensmittelkonserven. Ein zweiter Blick ließ ihn allerdings ernüchtert zurücksinken. Beim größten Teil handelte es sich lediglich um Platzhalter aus Pappe, die einem nur Appetit aber keine Sättigung verschaffen konnten.
»Na toll.« Lustlos beugte er sich wieder nach vorne, um zu prüfen, was denn überhaupt vorhanden war. Seine Ausbeute war nicht gerade groß, zwei Beutel mit Kartoffelpüree und Bratensoße, ein Müsli, drei Packungen Kekse und ein Päckchen Kaugummis. »Kartoffelpüree oder Kartoffelpüree? Hm, dann nehmen wir eben Kartoffelpüree.«
Nach der Anleitung musste man die Packung öffnen, etwas Wasser hinzugeben, wieder verschließen, schütteln und dann in für fünf Minuten in den Induktionsofen stecken. Alles verständlich, aber woher bekam er Wasser.
»Trinken ...« Schon surrte das Röhrchen neben seinem Kopf herunter. Peter zog die Hülle ab. Nach einem erfolglosen Versuch, die Packung einfach an das Röhrchen zu halten, wandte er sich wieder an den Bordcomputer.
»Reka, wie soll ich Wasser aus der Leitung in den Speisebeutel bekommen?«
»Sagen sie einfach TRINKEN und das Versorgungsinterface steht ihnen zur Verfügung. Bei sparsamem Verbrau ...«
»Nein, nein, nein. Ich will wissen, woher ich das Wasser für das Essen bekomme.« Peter wurde wieder etwas ungehalten.
»Verzeihung. In dem Fach mit der Aufschrift VERSORGUNG befinden sich verschiedene Lebensmittelkonserven, die sowohl in warmem wie auch in kaltem Zustand verzehrt werden können. Die Zubereitung ist außen auf der Packung aufgedruckt. Sie ...«
»Herrgott, Reka! Woher bekomme ich Wasser für die Lebensmittelkonserven?«
»Wünsche Sie religiösen Zuspruch?«
»Nein, aaah! Wo gibt’s hier Wasser?«
»Sagen sie einfach TRIN ...«
»Reka, ich brauche Wasser für meinen Speisebeutel.«
»Bitte als Frage formulieren.«
»Wie kommt das Wasser in den Speisebeutel?«
»Frage nicht verstanden.«
»Ich brauche Wasser zum Kochen.«
»Diese Option ist nicht vorgesehen, wenden Sie sich bitte an den Hersteller.«
Frustriert saß Peter Klein in der nur spärlich beleuchteten Kabine und starrt auf die aufgerissene Packung Kartoffelpüreegranulat. Schließlich kam ihm eine Idee. »Also gut. Sieht ja keiner zu.«
Mühselig nahm er immer einen Schluck Wasser aus dem Röhrchen und spuckte ihn in den Beutel, bis das Wasser die Markierung erreicht hatte. Er verschloss den Beutel sorgfältig und schüttelte ihn kräftig. Schließlich öffnete er den Ofen und stellte den Beutel hinein. Die Bedienung schien denkbar einfach. Zeit einstellen, Startknopf betätigen, warten.
Zu dem unterschwelligen Rauschen der Klimaanlage gesellte sich das Summen des Induktionsofens. Skeptisch schaute Peter durch die Ofenscheibe und dann auf den Bildschirm, noch zweiunddreißig Minuten. Das sollte wohl für ein Essen reichen.
Ein leises ‚Ping’ verriet ihm, dass der Ofen am Ende seiner Arbeit war. Hungrig griff er nach dem Beutel nur, um festzustellen, dass er für seine bloßen Finger viel zu heiß war. Mit dem Öffnen der kleinen Tür war neben dem Duft nach Bratensoße auch der Geruch nach angebrannten Kartoffeln und Kabelbrand bemerkbar geworden. Halbenttäuscht und halbrätselnd sah Peter auf den dampfenden Beutel. Schließlich nahm er mehrere der Pappschilder aus dem Verpflegungsfach. Diese ergaben auf seinem Schoß gestapelt einen ganz passablen Hitzeschutz. Mit spitzen Fingern holte er das Kartoffelpüree rasch aus dem dampfigen Fach. Wenigstens war eine Plastikgabel außen auf die Verpackung aufgeklebt gewesen. Es dauerte einwenig, bis Peter die erste Gabel mit dem gelblich verbrannten Brei herausbalanciert hatte. Der Geruch war durchaus angenehm, der Geschmack war aber eher durchschnittlich.
Kaum hatte er ein paar Gabeln verspeisen können, musste Peter feststellen, dass der Rest des Breis entweder an der Innenwand der Packung festgebacken, noch granuliert oder nicht fertig war. Im Grund hungriger als zuvor beendete er sein erstes Mahl hier oben äußerst unbefriedigt.
»Reka, wie ist das mit dem Müll hier an Bord?«
»Oberhalb des Piloteninterface befindet sich eine Klappe mit einem Ausrufezeichen. Das ist eine Minischleuse. Hier können Sie Müll entsorgen. Achtung! Alles, was einmal weggeworfen wurde, kann nicht wieder hergeholt werden. Es befindet sich dann im All.«
Peters Blick wanderte zwischen den Überresten des Pürees und dem Urinbeutel im Fußraum hin und her. »Und wie ist das, wenn ich ein großes Geschäft erledigen muss?«
»Ich habe nicht verstanden. Frage bitte neu formulieren.«
»Oh, Mann! Kot, Kacke, Exkremente, was mache ich damit?«
»Für diesen Fall gibt es die großen Hygienebeutel. Diese befinden sich ebenfalls unter ihrem Sitz.«
Einigermaßen zufrieden, sein Anliegen verdeutlicht zu haben, aber nicht glücklich über die Antwort öffnete Peter die Abfallschleuse und blickte hinein. Ein Hohlraum von der Größe eines Schuhkartons. Er packte die Essensreste hinein und schloss die Klappe. Die Taste daneben leuchtete grün. Als er den Knopf betätigen wollte, kam ihm eine Idee. Peter nahm den geöffneten Beutel heraus und tauschte ihn mit dem Urinbeutel. Jetzt betätigte er den Knopf. Sofort wurde die Taste rot und die Tonbandstimme, die ihn schon mehrfach auf den Wackelkontakt am Piloteninterface aufmerksam gemacht hatte, quäkte wieder los. »Achtung! Schleuse in Betrieb. Achtung! Schleuse in Betrieb.« Gleichzeitig hörte man das Geräusch einer Pumpe und ein roter LED-Balken wurde nach und nach länger. Bei der zehnten LED hörte man ein leises Klack. Als die Luft offenbar wieder in die Schleusenkammer drang, erloschen die roten LEDs wieder nacheinander und die Taste wurde zum Schluss auch wieder grün.
Neugierig öffnete der frischgebackene Schleusenwärter die Klappe. Der Müll war weg.
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BeitragVerfasst am: 04.11.2013, 21:50    Titel: Achtes Kapitel »Meteoride« Antworten mit Zitat

Meteoriden, Meteoriden. Das klang wie Hämorriden. Von Meteoriten hatte Peter schon gehört, aber Meteoride? »Reka, was sind Meteoride?«
»Meteoroide sind meist Staubteilchen, kleine Metall- oder Gesteinskörner aus dem interplanetaren Raum, von denen pro Tag etwa 10 Milliarden vom Weltall aus mit einer Gesamtmasse von 1.000 bis 10.000 Tonnen in die Atmosphäre der Erde einfallen. Wegen ihrer enormen Geschwindigkeit von etwa 11,2 bis 72 km/s – je nach Einfallswinkel zur Bahnbewegung der Erde – verdampfen die meisten in etwa 80 Kilometer Höhe durch Luftreibung; dabei ionisieren sie die Luftmoleküle, was helle Leuchtspuren hervorruft.« von Wiki kopiert (genaue Quellenangabe erfolgt nocht)
»Wie groß sind diese Dinger eigentlich?«
»Dinge ist der Plural eines Sammelbegriffs. Eine Größe kann hier n...«
»Wie groß sind Meteoride genau?« Seiner Wut entsprechend qualmten die Worte aus Peters Mund.
Wie erwartet reagierte Reka aber in keiner Weise auf seine heißerzornige Stimme. »Meteoride können kleiner als ein zehntel Millimeter sein. Ihre Größe variiert bis über einen Zentimeter hinaus.«
Peter wurde schlecht bei der Vorstellung, dass die Kapsel von gewehrkugelgroßen Teilen mit einer irrwitzigen Geschwindigkeit durchlöchert werden könnte.
»Und du hast alle Schutzmaßnahmen, die diese Kapsel zu bieten hat, ergriffen?« Peter wurde plötzlich bewusst, mit welch großen Worten er die kläglichen Schilde der Kapsel umschrieben hatte.
»Ja.«
Er schaute auf den Bildschirm. Die berechnete Aufschlagszeit stand bei 21 Minuten. Wieder lief ihm ein Schauer über den Rücken und nicht zum ersten Mal fragte er sich, ob dies alles das Geld wert war, dass sie ihm versprochen hatten. Doch es half nichts. Er war gefangen für die nächsten eineinhalb Stunden, dann wäre laut Minzig der ganze Zauber vorbei und er wieder sicher gelandet.
»Also, mach’s Beste draus.«
»Formulieren Sie die Frage neu.«
»Ich hab’ nicht mit dir geredet.«
»Verzeihung.«
Dieses Programm hatte offensichtlich noch einige Macken und Kinderkrankheiten, aber Reka war hier oben die einzige, mit der er reden konnte. Wenn er ehrlich war, hätte Peter, selbst wenn er die Möglichkeit dazu gehabt hätte, nicht einmal gewusst, mit wem er daheim auf der Erde hätte reden sollen. Mit Christiane vielleicht?
Besser nicht. Hätte wohl keinen guten Eindruck hinterlassen, wenn der Exmann sie aus einer Raumkapsel angerufen und ihr erzählt hätte, dass er es ja nur wegen des Geldes machte und bald ein Meteoridenschwarm auf ihn träfe. Peter entschied sich, die Wartezeit bis zum Aufschlag mit einem Gespräch zu verkürzen.
»Reka, wer bist du?«
»Frage bitte neu formulieren.«
»Na, ich meine, woher stammt zum Beispiel deine Stimme?«
»Prüfe meine Dateien.« Es entstand eine kurze Pause. »Die Stimme stammt von Anna Sidolski und wurde digital überarbeitet. Weitere Einträge zu meiner Stimme sind nicht verzeichnet.«
»Wer hat dich programmiert?«
»Der Chefprogrammierer heißt Sven Schmiedkopf. Weitere Einträge sind nicht vorhanden.«
»Kannst du denken?«
»Ich habe 101883 Subroutinen gespeichert, um Prozesse selbständig zu initiieren und zu überwachen.«
»Nein, ich meine, stellst du dir auch manchmal Fragen?«
»Was für Fragen?«
»Na, zum Beispiel, woher komme ich?«
»Als die Systeme der Kapsel hochgefahren wurden, waren sie bereits an Bord. Ich kann keine Aussage darüber treffen, woher sie kommen.«
Peter blies frustriert die Backen auf. »Stellst du dir manchmal die Frage, woher du kommst?«
»Nein.«
»Oder willst du wissen, was passiert, wenn du ausgeschaltet wirst?«
»Nein.«
Peter schwieg eine ganze Weile.
»Soll ich mir die Frage stellen?«
»Was ... Wie bitte?«
»Soll ich mir die Frage stellen, woher ich komme, Peter?«
»Äh, von mir aus.«
»Anwort nicht verstanden.«
»Ja. Meinet wegen.«
»Berechnung der Antwort läuft. Dauer noch unbekannt.«
Peter ärgerte sich über den Einfall, mit Reka ein richtiges Gespräch führen zu wollen. Das hatte ihn lediglich weiter frustriert und mit seinem vielleicht nahen Ende konfrontiert. Was hatte er denn erwartet? Seit Jahrzehnten versuchten die Menschen, künstliche Intelligenz zu erzeugen, waren aber bis jetzt nie über hochkomplexe Roboter, die aufgrund geregelter Abläufe handelten, hinausgekommen.
Ein Bewegung auf dem Bildschirm zog Peters Blick an, eine Zahl war umgesprungen - noch 18 Minuten. Für einen kurzen Moment flackerte in Peter der Gedanke an ein Testament auf, eine Art Abschiedsbrief für den Fall seines Todes. Er könnte die Logbuchfunktion dazu verwenden. Doch so schnell, wie der Gedanke gekommen war, verwarf er ihn auch wieder. Nahe Verwandte oder Freunde hatte er keine. Ehemalige Arbeitskollegen oder gar Christiane mit einem solchen Brief zu behelligen, schien ihm unangebracht. Zu vererben hatte er auch nichts, also kein Abschiedsbrief.
Peter wurde bewusst, wie allein er war. Betrachtete man seine Situation ganz nüchtern, so war da niemand mehr außer einem unzureichenden Kommunikationsprogramm und einem offensichtlich inkompetenten Versuchsleiter. Ihm blieb nur er selbst. Und wer war er schon? Ein arbeitsloser Betriebswirt ohne Familie aber mit hoher Flexibilität. Der Raumfahrer wider Willen lächelte bitter. Was würde es schon ausmachen, wenn er sterben würde? Da war nichts und niemand, der ihn hielt oder für den es Wert gewesen wäre, zu leben. Mit einem Mal fühlte er eine unendliche Müdigkeit über sich hereinschwappen. Peter schloss die Augen, die sich schmerzhaft mit Tränen füllten. Was war nur geschehen?
Im wurde klar, dass es keinen Unterschied machte, ob er jetzt zuhause in seiner beschissenen Einzimmerwohnung auf dem Bett lag und die Decke anstarrte oder hier oben vor sich hinsinnierte. Er war ein Niemand und niemand würde ihn vermissen. Peter musste an seine Mutter denken und dann waberten wieder unzählige Bilder seiner Kindheit in sein Bewusstsein, glühende Überreste seines Lebenswillens. Momente, in denen er Wettkämpfe gewonnne, Geburtstage gefeiert oder gute Noten nachhause gebracht hatte. Er roch die Wärme und den Kücheduft, der sich mit dem Handcreme mischte, als seine Mutter ihn einmal tröstend in den Arm genommen hatte. Bilder großer Momente und auch kleiner zogen an ihm vorüber und Peter weinte.
Ein Piepsen drang mühsam zu ihm durch. Mit verschwommenem Blick starrte er auf den Bildschirm. Von dem Countdown waren nur noch sechse Sekunden übrig – fünf – vier – drei – zwei – eins.
Stille, nur das leise Rauschen der Klimaanlage. Nichts passierte. Peter begann, langsam zu zählen. Die Augenblicke verstrichen und es geschah nichts. Hatten ihn die Meteoride verfehlt? Er wischt sich unbeholfen die tränennassen Augen mit den Ärmeln. 36 – 37 – 38. Sollte das vielleicht ein Wink des Schicksals sein? 40 – 41 – 42.
»Reka? Ist der Countdown kor ...« Ein Klopfen unterbrach ihn. Deutlich war es zu hören gewesen. Da noch eins und noch eins. Dann prasselte es, als säße er bei Hagel in einem Auto. Instinktiv zog Peter den Kopf unter die Arme und zog die Beine an.
»Bitte Piloteninterface anlegen ... Bitte Piloteninterface anlegen ... Bitte Piloteninterface anlegen ...«
Es war schrecklich laut. Er hatte das Gefühl, es würde immer lauter. Minute um Minute. Er konnte die Erschütterungen der Aufschläge immer deutlicher spüren. »Oh, Gooooott! Ich will noch nicht sterben!«
Dann gab es einen lauten Knall. Schwarz.
Peter tauchte durch die Weiten einer tiefen, hoffnungslosen Dunkelheit. Er mühte sich, seine Bewegungen zu koordinieren, aber es war, als ob sein Körper gar nicht mit ihm verbunden wäre. Schließlich gab er alle Bewegung auf. Dann mit einem Mal, als ob ihn eine Strömung ergriff, trieb Peter auf etwas zu. Ihm wollte nicht klar werden, was es genau war, aber es war hoch, ja schrill.
Er spürte seine Arme wieder, die er sich schützend auf den Kopf presste. Seine Ohren hatten begonnen zu pfeifen.
»Bitte Piloteninterface anlegen ... Bitte Piloteninterface anlegen ... Bitte Piloteninterface anlegen ...«
Immer noch prasselte es auf die Kapsel ein. Er konnte die Augen nicht öffnen, hatte jegliches Gefühl für Zeit verloren. Er wusste nur, dass es unendlich dauerte. Schließlich gleich einem Sommergewitter verebbten die Aufschläge bis nur noch vereinzelt welche zu hören waren. Was zurückblieb, war das Pfeifen in den Ohren und die ewig quäkende Stimme. »Bitte Piloteninterface anlegen ... Bitte Piloteninterface anlegen ... Bitte Piloteninterface anlegen ...«
Langsam hob Peter den Kopf und ließ die Arme sinken. Ein Schütteln des Handgelenks und die Tonbandstimme verstummte. Er schaute sich misstrauisch um, als könnte ihm jeden Moment die Decke auf den Kopf fallen.
»R ... Reka?«
»Ja Peter?«
»Hat die Kapsel irgendwelche Schäden davon getragen?«
»Prüfung initiiert.« Sofort erschien ein Statusbalken auf dem Bildschirm, der bei 0,3% Prozent stand.
Peter begann, sich zu entspannen. Behutsam setzte er die Beine wieder in den Fußraum. Die Luft war stickig und verbraucht.
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BeitragVerfasst am: 11.11.2013, 09:40    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry markoose, aber längere Texte liest auf dem Bildschirm kein Mensch. Ich bin auch kein Mensch.
Warum ich mich trotzdem melde? Weil ich selbst SF schreibe und von daher grundsätzlich Interesse habe. Ich biete dir an, den Text testzulesen, wenn es denn soweit ist. Aber mich hier mit deinen postings substanziell zu beschäftigen, das schaffe ich einfach nicht.

LG


zorro
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markoose
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BeitragVerfasst am: 11.11.2013, 18:32    Titel: Danke für das Angebot Antworten mit Zitat

Gerne schicke ich dir die erste Fassung, sobald sie fertig ist, oder, wenn du willst auch das, was ich bis jetzt habe. Mich interessiert neben Stilfragen vorallem, ob das alles so physikalisch überhaupt drin ist. Du kannst mir eine Email an markoose-migher@gmx.net schicken.

Zu dem Punkt, dass es nicht viele lesen:
Das mag in der Masse vielleicht so sein, aber erstens kenne ich ich ein paar Menschen, die tatsächlich seitenweise im Netz lesen (ich gehöre auch nicht dazu) und zweitens steigen die Zahlen der Besuche recht ordentlich. Soll nicht heißen, dass die alle alles lesen.

Auf jeden Fall hat es mich sehr gefreut, dass du mir schreibst und mir dieses Angebot machst. Gerne lese ich auch Entwürfe von dir, wenn du meine Meinung dazu haben willst.

Gruß
Markoose
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