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Aus Sehnsucht sitze ich hier


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MetalDomi
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Anmeldedatum: 06.06.2017
Beiträge: 2
Wohnort: Baden

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BeitragVerfasst am: 17.06.2017, 12:36    Titel: Aus Sehnsucht sitze ich hier Antworten mit Zitat

Ich saß in meinem Stammcafe und schaute der hübschen Barista bei der Arbeit zu. Sie war nicht viel älter als ich, aber als ich sie das erste Mal hier sah, konnte ich nirgendwo anders mehr meinen täglichen Kaffee holen. Ihre feuerroten schulterlangen Haare, die großen dunkelbraunen Augen die so viel und auch gar nichts aussagten hatten es mir bei ihrem ersten Anblick angetan. Jedes Wort welches sie mit ihrer betörenden Stimme sagte, wie Balsam für meine Seele. Sie war schlank und mit ihrer Sanduhrenfigur und ihren langen Beinen glitt sie über Boden als würde sie sich kaum bewegen. Ihren Namen kenne ich leider nicht, aber er musste sicher zu ihr passen. Ich nannte sie gerne Manuela, dieser Name passte einfach zu ihr. Später sollte ich erfahren, dass ich Recht behielt. Sie lächelte mich mit ihren roten Lippen an, jedes Mal wenn ich kam um meinen Kaffee bei ihr zu bestellen. Doch ihre Schönheit ließ mich kalt im Regen stehen. Ihr Parfum hing in der Luft und benebelte mein Denken, ich verlor mich in einer Traumwelt, als schliefe ich. Der Duft so unheimlich süß und ihr Dasein vor meinem geistigem Auge so klar, als würde ich sie gar nicht verschlossen haben überkam mich ihre Ausstrahlung von Leben, Freude, Liebe, Gutmütigkeit und Einklang, als würde für sie alles perfekt sein. Ihre Arbeit, nie war sie schlecht drauf, machte sie wirklich mit Freude. Nicht so wie die meisten weil sie wussten sie bekamen am Monatsende ihren Lohn, nein, man fühlte sich bei ihr so geborgen sobald man das Kaffee betrat, als wäre man zu Hause und frische Kekse waren gerade aus dem Ofen geholt worden. Alles andere wurde unwichtig in ihrer Nähe, nur der Moment der zählte.
Wie muss es sein mit ihr was zu unternehmen? Essen gehen? Ihren Erzählungen lauschen, unermüdend, wie eine Droge, erzähl mir mehr, ich will dir zuhören. Ich möchte dir und deiner Stimme lauschen, deine Erzählungen folgen und hypnotisiert von deiner Stimme in diese Traumwelt gebracht werden. Als wäre man alleine im Wald an einem Bach der friedlich vor sich hinfließt, die Vögeln singen ihre Lieder und die Sonne wärmt dir die Haut, dringt in jede Pore ein du dein Körper lächelt voller Zufriedenheit vor sich hin. Man lächelt volle Zufriedenheit vor sich hin. Und was passiert wenn eine Wolke die Sonne verdeckt? Entzugserscheinungen. Entzugserscheinungen als hätte man keine Zigaretten mehr und man ist Kettenraucher. Entzugserscheinungen weil im Radio der Lieblingssong abgebrochen wird, seine Hymne, weil eine Verkehrsmeldung kommt. Und sobald die Sonne wieder da ist? Als würde einen eine Energiewelle verlassen und alles Böse löst sich in Luft auf, der Körper erlangt Kräfte um Bäume auszureißen, die Wunden deiner Seele heilen, alles was bis jetzt in Katastrophen endete, wird einfach nur noch Perfekt. So empfinde ich ihre Ausstrahlung. Ihre Anwesenheit. Es wird auf einmal alles möglich. Nur wenn ich ihr lauschen könnte. Bei einem Essen.
Was wäre wenn wir im Kino wären? Wie süchtig würde mich ihr Lachen machen bei einer Komödie? Ich wünschte mir dann wahrscheinlich, dass sie damit nie aufhören sollte. Wie wäre es bei einem Actionfilm? Sie würde sicher mitfiebern und den Bösen beschimpfen als wäre er ein räudiger Köter. Bei einem Horrorfilm, wie wäre da Gefühl sie in schützender Umarmung zu haben weil es sie gruselt? Diese Berührung die mich dann wie einen Felsen vor sie stellt und alles Böse abprallen lässt, weil mich so viel Kraft durchströmt, dass mir diese eine Umarmung alles wert ist. Und nach einem romantischen Film? Das gleiche? Auf jeden Fall.
Nach dem Kino wären wir vielleicht spazieren. Ich würde ihre Hand halten, die ganze Zeit. Wäre nervös. Ich müsste mich konzentrieren um nicht zu stottern. Weil die Schmetterlinge in meinem Bauch einfach zu viele wären und selbst von ihr so betört wären wie ich und somit nicht nur flatterten sondern kreuz und quer fliegen. Ich zittere bei den Gedanken irgendwann sie loszulassen. Mit diesem Moment würde mich alles Glück, all die Wärme verlassen, als würde meine Seele in die Hölle hinabfahren…
Und der Moment ist da. Ich habe sie vor ihre Tür begleitet. Was nun. Mein Kopf will schreien. Ich will nicht dass es vorbei ist, mein Herz will diesen Abend nicht zu Ende wissen. Es gibt noch so viel was ich über sie wissen möchte. Es ist Mitternacht oder zwei Uhr ich weiß es nicht. Ich habe das Zeitgefühl verloren. Wie immer wenn ich bei ihr im Cafe sitze. Auch dort verliere ich sie immer. Die Zeit. Das schlimmste Ungeheuer was es je gab. Ich blicke in die Sterne. Nein es waren nicht die Sterne. Es waren ihre großen braunen Augen, ihr rotes Haar schimmert im Mondlicht ich halte ihre Hand. Ihre Haut war so sanft ganz ohne Makel und warm. Mein Herz rast, ich gehe einen Schritt auf sie zu. Gott ich könnte herum springen wie ein Hase, sie kam auf mich zu. Sie lächelt mich an und neigt ihren Kopf leicht rechts. Ich mache das gleiche. Mein Mund war trocken wie eine Wüste. Es fühlte sich so an. Ich lege meine Hand auf ihre Hüfte und ziehe sie sanft an mich. Sie lässt es zu. Ihre Armen legten sich um meinen Hals und ich drücke sie sanft an mich und Feuerwerk explodiert in mir als ich sie küsse. Alles in mir atmet auf. Meine Lippen spürten Wasser, Kirschensaft alles. Ich fand Wasser in der Wüste. Ich weiß nicht mehr wo ich war, wann ich war. Mein Kopf war abgeschaltet. Unsere Zungen spielten langsam sanft miteinander und wir drücken uns fester aneinander. Waren süchtig nach diesem Moment. Nach uns. Nach dem was wir da taten. Als gäbe es nichts besseres, nichts Schöneres als diesen Moment, als diesen Kuss. Nein es gab auch nichts Vergleichbares. Wir bekommen Gänsehaut, uns erfüllte Licht, Licht der Hoffnung, Licht des Friedens, Licht der Liebe. Unser Puls schießt dabei in die Höhe. Gott ich bitte dich, lass doch diesen einen Moment nicht vergehen. In diesem einem Kuss erfuhr ich alles über sie, was ich je herausfinden würde. Ihre Ängste, Gefühle, Hoffnungen, Wünsche und Ziele. Und noch viel mehr…..

Ich öffnete die Augen. Mein Telefon läutete. Die Arbeit rief. Doch ich musste was tun.

Ich habe heute eine Verabredung.
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georg
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Anmeldedatum: 22.02.2008
Beiträge: 12864

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BeitragVerfasst am: 17.06.2017, 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Metaldomi.
Ich finde die beschauliche story recht gut gelungen.
Es heißt zwar, ein Literaturforum oder literarischer Zirkel oder wie es sich auch nennt, dürfe NICHT zu wohlwollend sein, sondern müsse den Newcomer zubetonieren, aber wenn kein Zement vorhanden ist ...
Man könnte aussetzen, dass der gewiefte Leser bald den Braten riecht, dass ein dickes Ende kommen wird, dass die Verliebtheit des Protagonisten einem unerreichbaren Objekt gilt ...
Dazu könnte auch passen, dass eine Barista (hab dieses Wort zum ersten Mal vernommen, aber sofort verstanden), ein Ziel vieler Männersehnsüchte, als Klischee bekrittelt werden dürfte; aber das passt letztlich zur Fata-Morgana-haftigkeit der Traumfrau ...
Der Schluss mit dem Abend-rendevouz deutet für mich darauf hin, dass es wieder nur beim Träumen bleiben wird ... doch vielleicht ist das ohnehin selbstverständlich, schade um die Tastaturabnützung ...

In Z2 würde ich nicht texten "Kaffee holen" ... das klingt eher so wie wenn man ein Sackl Kaffeebohnen beim Bispar kauft (oder stiehlt).
Hab eineinhalb Minuten mit Nachsinnen verbracht, dann ist mir das watscheneinfache "Kaffee haben" eingefallen ... aber kann leicht sein, dass es etwas besseres gibt.
"Vögeln" in Z13 ist zu banal um es zu erwähnen; indes, möglicherweise ist es ja ein Freudscher Vertippser, der dem thread dienlich wäre ...

freundliche Grüße
georg
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MetalDomi
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Beiträge: 2
Wohnort: Baden

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BeitragVerfasst am: 17.06.2017, 20:54    Titel: Antwort Antworten mit Zitat

Servus!

Danke für deine Anmerkungen. das in Z13 war wirklich nur ein vertippser

Der anze Text sollte nie in die Erotik selbst gehen. Und das Klischee mit Kellnerinnen wollte ich damit auch nicht zum Ausdruck bringen. Das ganze passierte mir zum Teil selbst und da ich Zeitweise ein emotionaler Mensch bin, dachte ich mir, hier wäre dies als perfekter Start um mich hier im Forum bekannt zu machen^^. Barista ist ein offizieller ausdruck.

Aber danke für deine Analyse und deine Kritik und Anmerkungen.

Wünsche noch einen schönen Abend.
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