Startseite    Forum    Links    Galerien    Statistik    Impressum

Literaturforum Österreich :: Thema anzeigen - Winterliebe
Literaturforum Österreich Foren-Übersicht Literaturforum Österreich
Das Forum für Autoren und Leser
 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Winterliebe


Topic speichern  
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Literaturforum Österreich Foren-Übersicht -> Klassische Poesie
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
zwaraplotzwart
Absatz
Absatz


Anmeldedatum: 04.11.2008
Beiträge: 194
Wohnort: Lumpendorf

 Beitrag speichern
BeitragVerfasst am: 13.10.2017, 08:01    Titel: Winterliebe Antworten mit Zitat

Winterliebe
Und spätes Leid


I.

Winterlandschaft, reifumwoben,
frühbestrahlt vom Sonnenschein.
Meine Stimmung ist gehoben,
schöne Tage fall'n mir ein.

Als zur Morgenstund uns trafen,
täglich ohne Anruf wir,
in der Gaststub sichern Hafen,
du und ich, mein Stiegl – Bier.

Welch ein Küssen! Welch ein Kosen!
Was an meinen Lippen hing!
Wenn dein bittersüßer Odem,
kalt durch meine Kehle ging.

Das ist wirklich wahre Liebe,
käuflich, ja, ich streit's nicht ab!
Wenn nur alles Wahrheit bliebe,
Von der Jugend bis zum Grab!

II.

Leider blieb nicht alles Wahrheit,
dank der Niere Eifersucht.
Sie nahm mir des Wahnes Klarheit,
schlug die Liebe in die Flucht.

Ja, ich wanke durch den Morgen,
unzufrieden, ungeküsst,
und des letzen Tages Sorgen,
haben schadenfroh gegrüßt.

"Warum, oh, du meine Teure,
wehrst du mir den Gerstensaft?"
Frug ich so mit leichter Säure,
die mich nahm in strenge Haft.

"Ein Glas wollt ich permittieren,"
sprach das trotzige Organ,
"dass du jenseits bist von Vieren,
vormittags, das geht nicht an!





Wasser sei dir angeraten,
Wasser, das ist klar und hell!
Wasser keimen lässt die Saaten,
und schießt sprudelnd aus dem Quell!"

"Wasser," gab ich ihr zur Antwort,
Wasser wäscht mir gut den Hals,
Wasser spült den Dreck im Klo fort,
taugt zum Kochen allenfalls!“

„Wasser ist die Milch der Frommen!
Wasser klare Sprache spricht!“
„Wasser mag vom Himmel kommen,
durch die Gurgel kommt mir's nicht!

Wasser, Wasser, immer Wasser!
Wässert es mir schon den Mund!
Werde ich zum Wasserhasser,
so bist du bestimmt der Grund!"


III.

Also sprach ich wutbesessen,
bis ich endlich doch verstand,
leider hatte ich vergessen,
welche Macht mich heimlich band!

Leber, Niere, Lunge, Galle,
sind ja Weiber doch am End',
und so herrscht in diesem Falle,
auch das Weiberregiment!

Drachen sind sie und bewachen,
eifernd deine Abstinenz.
Feuer speien sie und lachen,
über dich in Permanenz.

Wie im Leben, so im Leibe,
bist du ewig Untertan,
Erst im Grabe hast du Bleibe,
wo du folgst des Herren Plan!
_________________
Als Spötter, als Dichter, als Literat -
verstreu ich der Worte verfängliche Saat.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Literaturforum Österreich Foren-Übersicht -> Klassische Poesie Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde

Topic speichern
Seite 1 von 1

Gehe zu:  

Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de
Chronicles phpBB2 theme by Jakob Persson (http://www.eddingschronicles.com). Stone textures by Patty Herford.