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Der Wartende


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Samwell the Ironborn
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Anmeldedatum: 30.03.2013
Beiträge: 252
Wohnort: Wien

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BeitragVerfasst am: 30.06.2015, 11:26    Titel: Der Wartende Antworten mit Zitat

Lang lang ists her, seit meiner letzten Aktivität. Ich hoffe ich komme wieder mehr dazu, zumindest bin ich motiviert hier wieder mehr mitzulesen und mitzuwirken^^
Das nur am Rande, hier zu meiner Geschichte, sie ist nicht ganz ausgefeilt aber sollte erträglich sein:

Der Wartende

Man hatte ihn angewiesen zu warten. Nun sitzt der alte Greis am Boden, und blickt ins Leere. Um ihn herum ein staubiger fensterloser Raum, der mit verschiedenstem Krempel vollgeräumt ist. Alle möglichen Gegenstände sind hier wahllos aufgestellt. Ein Kinderwagen, Schreibtisch, Bücher, Sportgeräte, Kleidungsstücke, Flaschen, Geschirr und viele weitere Dinge. Es wirkt als wäre es eine Abstellkammer. An den Wänden hängen Gemälde, Uhren, Gobelins und alte Plakate. Alles kommt ihm vertraut vor, als wären es seine eigenen Sachen. Die Bücher hatte er alle gelesen und all die Kleidungsstücker getragen. Ist das letztendlich ein Zimmer in seinem eigenen Haus?
Wo wohnt er eigentlich? Seit wann ist er hier? Der Alte kann sich nicht erinnern. Es muss schon sehr lange sein. Auch weiß er nicht mehr wie er her gekommen war. Vielleicht war er auch gar nicht her gekommen. Es wäre ebenso gut denkbar, dass er schon immer hier gewesen war. Sieht so Ewigkeit aus? Gab es keinen Anfang, dann wird es auch kein Ende geben. Für immer wird er hier verharren und warten müssen.
Doch wenn er nicht seit je her hier war, so besteht noch Hoffnung auf ein Ende. Man bedenke, dass er schon alt ist. Vielleicht ereilt ihn der Tod. Aber er kann nur sterben, wenn er auch geboren wurde.
Und wenn er stirbt? Wird jemand sein verschwinden bemerken? Er kann sich nicht erinnern, dass jemals jemand anderes diesen Raum betreten hätte. Nur durch die Tür hatte er manchmal Stimmen gehört und ein paar Worte gewechselt. Ob er sie jemals geöffnet hat, weiß er nicht mehr. Wahrscheinlich würde ihm keiner ein Grab ausheben und auch nicht um ihn trauern.
Aber der Alte will doch gar nicht sterben. Nur ein Teil von ihm, ein kleiner Teil wollte schon immer sterben. Doch im Großen und Ganzen will er sich an das bisschen Leben klammern das er hat. Aber lebt er überhaupt? Er tut ja nichts, außer zu warten. Was heißt es zu leben? Das man atmet und das Herz schlägt? Da muss mehr sein. Aber er weiß die Antwort nicht.
Sie haben ihn angewiesen zu warten. Abzuwarten wie sich die Situation entwickeln würde. Nichts voreilig zu entscheiden. Keine unbedachten Aktionen. Keine Eile. Zeit war ja da gewesen.
Das waren ihre Worte. An ihre Gesichter konnte sich der Alte nicht mehr erinnern. Vielleicht waren es auch seine eigenen Worte gewesen. Mittlerweile war jedoch schon viel Zeit vergangen. Ein Menschenleben? Und es war noch immer nichts geschehen. Und worauf er wartet weiß er auch nicht.
Da kommt dem Greis ein Gedanke. Vielleicht sollte er aufhören zu warten und das letzte bisschen seiner Tage nutzen. Wenn er nur diesen Raum verlassen könnte, was würde ihn draußen erwarten? Möglicherweise trennt ihn nur diese Tür vom wahren Leben.
Langsam steht der Alte auf und blickt sich um. Er muss sich an einem Tisch abstützen, so schwach ist er geworden. Hier drinnen will er nicht länger verweilen. Schritt für Schritt nähert er sich unter Qualen der Tür. Es ist nicht einfach in diese Richtung zu gehen.
Da läuft ihm ein Schauer über den Rücken. Die Tür hat etwas Bedrohliches was sich nicht mit Worten beschreiben lässt. Der Greis kennt dieses Gefühl. Offensichtlich hat er schon öfters versucht diesen Raum zu verlassen. Dieses Mal aber wird er nicht vor dem Ungewissem, welches außerhalb dieses Zimmers auf ihn lauert zurück schrecken. Er ist fest entschlossen. Was hat er auch zu verlieren?
Schließlich erreicht er mit Müh und Not diesen einzigen Ausgang. Mit seiner letzten Kraft drückt er die Türklinke herunter und stemmt sich gegen die Tür. Knarrend bewegt sie sich ein Stück, klemmt dann aber. Seine Kraft reicht nicht aus, wie sehr er sich auch abmüht. Ein paar Jahre früher und er hätte es sicher geschafft.
Aber man hatte ihn angewiesen zu warten.
_________________
"Nicht für deinen Zorn wirst du bestraft. Sondern durch deinenZorn.", Buddha.
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Beiträge: 2602
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BeitragVerfasst am: 06.08.2015, 21:22    Titel: Re: Der Wartende Antworten mit Zitat

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Samwell the Ironborn hat Folgendes geschrieben:
Lang lang ists her, seit meiner letzten Aktivität. Ich hoffe ich komme wieder mehr dazu, zumindest bin ich motiviert hier wieder mehr mitzulesen und mitzuwirken^^
Das nur am Rande, hier zu meiner Geschichte, sie ist nicht ganz ausgefeilt aber sollte erträglich sein:

Der Wartende

Man hatte ihn angewiesen zu warten. Nun sitzt der alte Greis am Boden, und blickt ins Leere. Um ihn herum ein staubiger fensterloser Raum, der mit verschiedenstem Krempel vollgeräumt ist. Alle möglichen Gegenstände sind hier wahllos aufgestellt. Ein Kinderwagen, Schreibtisch, Bücher, Sportgeräte, Kleidungsstücke, Flaschen, Geschirr und viele weitere Dinge. Es wirkt als wäre es eine Abstellkammer. An den Wänden hängen Gemälde, Uhren, Gobelins und alte Plakate. Alles kommt ihm vertraut vor, als wären es seine eigenen Sachen. Die Bücher hatte er alle gelesen und all die Kleidungsstücker getragen. Ist das letztendlich ein Zimmer in seinem eigenen Haus?
Wo wohnt er eigentlich? Seit wann ist er hier? Der Alte kann sich nicht erinnern. Es muss schon sehr lange sein. Auch weiß er nicht mehr wie er her gekommen war. Vielleicht war er auch gar nicht her gekommen. Es wäre ebenso gut denkbar, dass er schon immer hier gewesen war. Sieht so Ewigkeit aus? Gab es keinen Anfang, dann wird es auch kein Ende geben. Für immer wird er hier verharren und warten müssen.
Doch wenn er nicht seit je her hier war, so besteht noch Hoffnung auf ein Ende. Man bedenke, dass er schon alt ist. Vielleicht ereilt ihn der Tod. Aber er kann nur sterben, wenn er auch geboren wurde.........
.


Ich kenne live so ein Beispiel. Man sagt das wenn er den Löffel nicht mehr selber halten kann beim Essen, vergisst das Stammhirn in etwa einem Jahr den Befehl für die Atmung.
Mein Beispiel kennt noch seine Frau und weiß wozu Essen da ist, aber seine Frau muss es ihm sagen das er löffeln muss Löffel für Löffel.....

Gruß
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Das die Menschen kleine Dinge für wichtig hielten, hat viel Großes hervorgebracht.

1793 Lichtenberg
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